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Schutz durch Nutzung

Im Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt 2010 setzt sich das BMELV für den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt für die Ernährungs-, Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft ein.

Die Vielfalt der in der Land-, Forst-, Fischerei- und Ernährungswirtschaft genutzten Pflanzen und Tiere - die so genannte Agrobiodiversität - ist ein wesentlicher Teil der gesamten biologischen Vielfalt auf der Erde.

Sie bildet die Basis der Produktion in der Land- und Forstwirtschaft, der Fischerei und der Ernährungswirtschaft und ist damit das Fundament der Welternährung der Menschen.

Hätten Sie's gewusst?

Agrobiodiversität bezeichnet alle Komponenten der biologischen Vielfalt, die für Ernährung und Landwirtschaft sowie das Funktionieren der Agrarökosysteme von Bedeutung sind. Weitere Erläuterungen zur
Agrobiodiversität

Biologische Vielfalt in der Landwirtschaft ist auch nötig, damit die Ernährungs-, Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft sich an verändernde Umweltbedingungen wie dem Klimawandel oder neue Ansprüche von Verbrauchern an landwirtschaftliche Produkte anpassen können. Sie ist auch Grundlage für neue Nutzungen, beispielsweise dem Anbau von Pflanzen zur Energiegewinnung oder für die Züchtung neuer Sorten und Rassen.

Eine nachhaltige Nutzung schafft stabile Agrarökosysteme

Die Menschen haben mit Landwirtschaft, Waldnutzung und Fischerei seit je her auch Kulturlandschaften geprägt und damit neue Lebensräume für die Pflanzen- und Tierwelt geschaffen. Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft erbringen daher neben der Erzeugung von lebensnotwendigen Produkten auch kulturelle und ökologische Leistungen. Über 80 Prozent der Fläche in Deutschland ist land- und forstwirtschaftliche Nutzfläche.

Das Ziel muss es daher sein, durch nachhaltige Nutzung stabile landwirtschaftliche Ökosysteme zu schaffen, die den Bedürfnissen der Menschen, der Natur, dem Leben im ländlichen Raum und den wirtschaftenden Betrieben nachkommen.

Die biologische Vielfalt ist bedroht

Biologische Vielfalt ist heute überall auf der Welt bedroht, auch in Deutschland. Rote Listen der gefährdeter Pflanzen- und Tierarten signalisieren weltweit den Ernst der Lage. In Deutschland gelten über 30 Prozent der Pflanzenarten, rund 36 Prozent aller Tierarten, 36 Prozent der Süßwasserfische und über 70 Prozent der Lebensräume (Biotoptypen) als gefährdet.

Auch die früher vor allem in der Landwirtschaft vorherrschende große regionale Vielfalt an Nutzpflanzenarten, -sorten und Nutztierrassen, Fischen, Mikroorganismen und anderen nützlichen Kleinlebewesen ist stark im Rückgang begriffen.

Kopf des Rhönschafes Rhönschaf - eine gefährdete Rasse, Quelle: BLE, Menzler

Weltweit gelten 20 Prozent aller bei der Welternährungsorganisation FAO erfassten 7.616 Tierrassen als akut gefährdet. In Deutschland werden bei den für die Landwirtschaft bedeutendsten Arten Rind, Pferd, Schwein, Schaf und Ziege 52 der 63 heimischen Rassen als gefährdet eingestuft.

Schon heute werden über 50 Prozent der für die menschliche Ernährung weltweit benötigten Nahrungsenergie aus lediglich drei Pflanzenarten (Mais, Reis, Weizen) erzeugt. Andere Kulturpflanzenarten werden entsprechend vernachlässigt.

Schutz durch Nutzung – Was Verbraucher bewirken können

Nutzung und Schutz der biologischen Vielfalt müssen immer wieder in Einklang gebracht werden.

Die beste Voraussetzung für die Erhaltung der Agrobiodiversität stellt dabei in der Regel die aktive und nachhaltige Nutzung möglichst vieler ihrer Bestandteile und ökologischen Funktionen dar. Hierbei spielt das Ernährungs- und Nachfrageverhalten der Verbraucher ebenfalls eine wesentliche Rolle. Um Einfluss nehmen zu können, benötigen Verbraucher ökologisches Wissen und Entscheidungshilfen, etwa über Zertifizierungen und Qualitätssicherungssysteme.

Vorhandene Ansätze, wie zum Beispiel Initiativen und Agrarumweltmaßnahmen mit dem Ziel der Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt, gilt es weiter zu entwickeln. Die wirtschaftlichen wie rechtlichen Rahmenbedingungen für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der Agrobiodiversität müssen weiter verbessert werden.

Aktivitäten des BMELV

Grüner Salatkopf Salatsorte "Gelber Ballon". In einem Modellprojekt fördert das BMELV die Wiedereinführung alter Salatsorten zur regionalen Vermarktung, Quelle: BLE

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz wird im Internationalen Jahr der Biologischen Vielfalt 2010 eine Reihe von Veranstaltungen und Aktionen unter dem Motto "Biologische Vielfalt – Schutz durch Nutzung" durchführen. Es weist damit auf die besondere Gefährdungssituation, aber auch auf das große Potenzial der biologischen Vielfalt in der Land-, Forst-, Fischerei- und Ernährungswirtschaft hin.

So fanden im April die Informationstage Biologische Vielfalt in Bonn statt.

Ein weiterer Baustein ist der Kalender zur Agrobiodiversität 2010. Er weckt mit spannenden Informationen rund um die Agrobiodiversität Interesse am Thema und leitet zu weiterführenden Informationen.

Am 20. Mai 2010 gab Bundesministerin Ilse Aigner gemeinsam mit der Parlamentarischen Staatssekretärin Julia Klöckner in Berlin den Startschuss zur Initiative "Biologische Vielfalt schützen und nutzen". Die Auftaktveranstaltung fand in Kooperation mit dem Schul-Umwelt-Zentrum Mitte, der Deutschen Gartenbaugesellschaft e.V. und dem Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V. statt.

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Zusatzinformationen

Die Ministerin

Agrobiodiversitäts-Kalender "Vielfalt ohne Grenzen"

Kalenderblatt August 2010 mit Schafweide und Bock (verweist auf: August 2010 - Landschaftspflege)

Projekte

Link zum Portal direktzu.de: Ilse Aigner beantwortet dort einmal monatlich Wochen die drei höchstbewerteten Fragen. (Neues Fenster) (verweist auf: Direkt zu (Öffnet neues Fenster))

Ilse Aigner beantwortet im Portal direktzu einmal monatlich direkt Ihre Fragen.

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Gesund ins Leben - Netzwerk Junge Familie

Milch trinkender Junge, Link im neuen Fenster zu www.nur-du-die-milch.de (verweist auf: Internetportal Nur Du, die Milch)

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