Der Film als Text: Bildbeschreibung des Films und O-Töne.
1. Bildsequenz
Blick von oben auf den Hafen Le Havre. Kamerafahrt durch die Containerreihen. Ein Zöllner öffnet einen Container.
Sprechertext
Wir sind in Le Havre, dem fünftwichtigsten Hafen in Europa und dem wichtigsten Hafen in Frankreich für den Containertransport. Mit jährlich mehr als zwei Millionen Einheiten aus der ganzen Welt, stellt Le Havre ein bedeutendes Tor für den Import von Lebensmitteln in die Europäische Union dar.
Und hier wird – wie an allen Toren Europas – das ganze Jahr über, Tag und Nacht, die Lebensmittelsicherheit der Waren kontrolliert, bevor diese eine Einfuhrgenehmigung erhalten.
2. Bildsequenz
Eine Tierärztin öffnet ein Paket und misst die Temperatur des tiefgekühlten Fisches mit einem Messgerät.
Die Tierärztin
Auf der Oberfläche messen wir mit dem Laser -17 Grad Celsius.
Sprechertext
In zwei konkreten Fällen werden auch Proben für eine Analyse im Labor entnommen.
3. Bildsequenz
Blick durch ein Labor, Nahaufnahmen von Messgeräten und Proben. PC-Bildschirm mit dem Internetangebot des Rapid Alert System Foof & Feed (RASFF). Mitarbeiter der Zollbehörde schauen sich Akten und andere Unterlagen an.
Franck Faivre, stellvertretender Leiter des Zollamts
Wenn ein Verdacht gegen eine Einrichtung oder Anstalt besteht, gelten die Vorschriften der EU oder Frankreichs. In dem Fall entnehmen wir eine Probe und halten die Ware zurück, bis die Analyseergebnisse bekannt sind.
Sprechertext
Und wenn ein Gesundheitsrisiko festgestellt wird, wird diese Information an die französische Koordinationsstelle des RASFF Netzwerks weitergegeben. Diese nationale Koordinationsstelle bündelt die Informationen zu Gesundheitsrisiken. Die Informationen stammen entweder aus Grenzkontrollen, Marktkontrollen, von Lebensmittelherstellern direkt, aus Gesundheitszentren oder direkt vom Bürger . Doch diese Informationen werden noch weiter geleitet …
4. Bildsequenz
Mitarbeiter der Koordinationsstelle schauen sich Akten und andere Unterlagen an und besprechen diese. Europakarte, auf der die Standorte der nationalen Koordinationsstellen aufleuchten sowie die Zentral in Brüssel markiert ist.
Nathalie Pihier, stellvertretende Leiterin der "Mission des Urgences Sanitaires", DGAL, Paris
Haben wir es mit einem Produkt zu tun, das in einen anderen Mitgliedstaat oder einen Drittstaat gelangt ist, informieren wir das EU-Schnellwarnsystem RASFF.
Sprechertext
Das System ist 24 Stunden am Tag in den 27 EU-Staaten, Liechtenstein, Island und Norwegen aktiv und hat seine Schaltzentrale in Brüssel, bei der Europäischen Kommission. Jeder Staat verfügt über eine nationale Koordinierungsstelle. Diese nationale Koordinierungsstelle übermittelt die Information schnellstmöglich an die Kommission, die wiederum – nach Analyse des Sachverhalts – die Information in Form von Mitteilungen unverzüglich an die anderen nationalen Koordinationsstellen des Netzwerks weitergibt.
5. Bildsequenz
Androulla Vassiliou, Europäische Kommissarin für Gesundheit, Europäische Kommission im Interview. Produktionsband für Milchpulverprodukte.
Androulla Vassiliou
Sie wissen sofort, dass ein Produkt im Umlauf ist, das gesundheitsschädigend sein kann. Dadurch können sie verhindern, dass das Produkt in die Lebensmittelkette gelangt. Sie können das Produkt auch aus dem Handel ziehen, wenn es schon bis in die Supermärkte gelangt ist.
Sprechertext
Im Fall der Melaminkrise,– chinesische Firmen hatten Milchpulver illegaler Weise mit der Chemikalie Melamin gepanscht, um einen höheren Proteingehalt vorzutäuschen – hat das europäische Schnellwarnsystem seine Effizienz voll unter Beweis gestellt. Über das RASFF Netzwerk wurden alle EU Staaten umgehend informiert.
6. Bildsequenz
José Luis de Felipe Gardon, Abteilungsleiter RASFF, Europäische Kommission im Interview. Nathalie Pihier im Interview. Jose Luis de Felipe im Interview. Zwischendrin Aufnahmen von Produkten aus China.
José Luis de Felipe Gardon
Einige Stunden, nachdem die Information uns erreichte, wurde sie an die Mitgliedstaaten weitergeleitet. Ab diesem Moment wurden sofort Maßnahmen eingeleitet.
Nathalie Pihier
Versorgungsstellen für asiatische Produkte wurden schnell kontrolliert, um festzustellen, ob Produkte illegal importiert worden waren. Alle Produkte wurden zurückgehalten, die womöglich Milch oder Milchprodukte chinesischen Ursprungs enthielten.
Très rapidement il a été déclenché des enquêtes dans différents points d’approvisionnement de produits asiatiques, de façon à identifier s’il existait des produits dont l’importation était illégale, également de faire bloquer l’ensemble des produits qui pouvait contenir du lait ou des produits laitiers d’origine chinoise.
Jose Luis de Felipe
Die Warnung traf vor allem Schokolade, Kekse und Bonbons, bei denen der Anteil dieser Bestandteile sehr niedrig war, die aber nicht in die Lebensmittelkette gelangen durften.
7. Bildsequenz
Arbeiter schütten Milch in ein Gefäß.
Sprechertext
Aber nicht nur Milch wurde mit Melamin gepanscht …
Jose Luis de Felipe
Das Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel brachte schon 2007 Melamin in Futtermitteln zutage.
8. Bildsequenz
Sojabohnen werden verladen. Sojamehl rieselt durch ein Rohr. Ein Putenstall von außen und innen. Alain Montembault, wissenschaftlicher Direktor, Forschung und Entwicklung, Groupe Terrena im Interview. Christophe Courroucé, Direktor Kommunikation, Groupe Terrena im Interview. Alain Montembault in seinem Büro.
Sprechertext
Eine Warnung zu chinesischer Soja erreichte die französische Lebensmittelgenossenschaft Terrena, die Tiernahrung auf Sojabasis herstellt.
Sie ließ die in ihrem Besitz befindliche chinesische Soja analysieren.
Alain Montembault
Wir haben dieses drohende Risiko in unseren Kontrollplan für die von Sojaimporten betroffenen Staaten miteinbezogen.
Christophe Courroucé
Die erste Analyse war positiv. Sie ergab 115 Milligramm je Kilogramm, das 50-fache der europäischen Norm. Wir informieren sofort die Leiter der Veterinärdienste. Die gesamten Bestände wurden fachgerecht vernichtet.
Alain Montembault
Das RASFF ist sehr hilfreich für unser Unternehmen. Damit sind wir immer über europaweite Gesundheitsrisiken informiert. Das betrifft bekannte Risiken, die sich zu Krisen ausweiten können, und neue Risiken wie das Melamin, das nicht in die Lebensmittelkette gehört.
9. Bildsequenz
Ausgedruckte Berichte und Tabellen. Androulla Vassiliou in ihrem Büro.
Sprechertext
RASFF stößt nicht nur bei europäischen Unternehmen auf großes Interesse, sondern auch bei Regierungen von Drittländern, die regelmäßig durch das europäische Schnellwarnsystem informiert werden.
Androulla Vassiliou
Die Drittstaaten möchten es gerne als Modell verwenden, um ihre eigenen Schnellwarnsysteme in ihren Ländern etablieren zu können. Wir helfen ihnen dabei. Langfristig ist unser Ziel, die Schnellwarnsysteme der verschiedenen Länder in einem globalen System zu vereinigen. Und damit weltweit für Nahrungsmittelsicherheit zu sorgen.
10. Bildsequenz
Auf einer Straße werden Kartons in ein Restaurant gebracht. Zwei Männer sitzen im Restaurant am Tisch und essen.
Sprechertext
Es wird sicher lang dauern, ein solches weltweites Schellwarnsystem einzurichten. Doch die europäischen Bürger können sich bereits jetzt sicher sein, dass, egal woher die Nahrungsmittel stammen, ein hohes Niveau an Lebensmittelsicherheit gewährleistet ist.

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