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BMELV für mehr Transparenz im Gesundheits- und Pflegemarkt

Das Gesundheitssystem in Deutschland wandelt sich stetig: Aus der reinen Daseinsfürsorge hat sich ein dynamischer Wirtschaftszweig entwickelt, in dem alle Akteure in einem harten Wettbewerb um Kundinnen und Kunden stehen.

Dazu beigetragen haben der schnell fortschreitende medizinische Fortschritt und ein stetig zunehmendes Angebot an Gesundheitsprodukten und Dienstleistungen.

Aber auch ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein und dadurch wachsende Nachfrage der Verbraucherinnen und Verbraucher: Ein Teil der Patientinnen und Patienten ist bereit, über die von den Krankenkassen finanzierten Leistungen hinaus in ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu investieren.

Das Gesundheitswesen mit seinen aktuellen und zukünftigen Problemen ist jedoch auch Dauerthema der öffentlichen Diskussion und des Ringens von Politik, Wirtschaft und der Akteure des Gesundheitswesens um zukunftsfähige Lösungen.

Warum sich das BMELV im Gesundheitsbereich engagiert

Aufgabe des BMELV ist es generell, verbraucherpolitische Belange innerhalb der Bundesregierung zu vertreten und sich für die Belange des Verbraucherschutzes auf den unterschiedlichen Märkten stark zu machen. Dazu gehört es auch, sich für den Schutz der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher einzusetzen.

Der Koalitionsvertrag der Bundesregierung bekennt sich zu einer qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung aller Menschen in Deutschland. Um dieses Ziel zu erreichen, muss die Sicht der Verbraucherinnen und Verbraucher in die Weiterentwicklung des Gesundheitssystems eingebracht werden.

Vielfältige Herausforderungen für Verbraucher

Die vielschichtigen Probleme im Gesundheitswesen lassen viele Verbraucherinnen und Verbraucher manchmal zweifeln, ob das Gesundheitssystem die für sie wichtigen Leistungen noch erbringen kann. Gleichzeitig stehen sie vor der Herausforderung, sich selbst um geeignete Angebote kümmern zu müssen, oder sich für oder gegen zusätzliche Leistungen zu entscheiden. Der harte Wettbewerb im Gesundheitssektor bringt für die Versicherten mehr Entscheidungsmöglichkeiten, aber auch mehr Eigenverantwortung.

Diese beginnt schon bei einer an die persönlichen Bedürfnisse angepassten Krankenversicherung: Standardbeiträge, Tarifmodelle mit Selbstbehalt, Kostenerstattung und Prämienzahlung stehen zur Wahl. Verbraucherinnen und Verbraucher brauchen eine Möglichkeit, das "Preis-Leistungs-Verhältnis“ der Tarife vergleichen zu können. Individuell können auch andere Faktoren - wie z. B. ein kompetenter Ansprechpartner bei der Krankenversicherung vor Ort - wichtig sein. Manche Krankenversicherungen erheben einen monatlichen Zusatzbeitrag. Dann steht den Versicherungsnehmern ein Sonderkündigungsrecht zu.

Auf dem so genannten Gesundheitsmarkt (den Angeboten neben den Kassenleistungen) stehen die Verbraucherinnen und Verbraucher einem vielfältigen Angebot an privat zu finanzierenden Produkten und Dienstleistungen gegenüber. So werden ihnen beispielsweise frei verkäufliche Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel und gesundheitsbezogene Sport- und Wellnessangebote vielfach über das Internet offeriert.

Auch beim Arzt selbst werden den Versicherten zusätzlich zu den Kassenleistungen weitere Angebote gemacht, so genannte Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL). Um diese Leistungen bewerten zu können, brauchen Patientinnen und Patienten ebenfalls Beratung und Hilfe.

Die Eigenverantwortung unter all diesen Angeboten selbstbestimmt und durchdacht das Richtige für sich auszuwählen, ist groß. Verbraucherinnen und Verbraucher können diese Verantwortung nur tragen, wenn Sie sich über Leistungen, Preise und Qualität der vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten, Medikamente und Hilfsmittel ausreichend, leicht verständlich und umfassend informieren können. Dabei unterstützt sie das BMELV durch eine Reihe von Maßnahmen.

Maßnahmen des BMELV für mehr Transparenz im Gesundheitsmarkt

Verbraucherinnen und Verbraucher müssen ihre Entscheidungen oft in sensiblen Situationen, wie etwa bei einem Arztbesuch, oder auch unter Zeitdruck treffen, wenn beispielsweise ein Pflegefall eintritt. Hier setzt sich das BMELV für Transparenz im Gesundheits- und Pflegemarkt ein und unterstützt Projekte, die den betroffenen Menschen und ihren Angehörigen eine Orientierung bieten.

  • Ein vom BMELV gefördertes Projekt der Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen zum Thema "Markttransparenz im Gesundheitswesen" unterstützt Verbraucherinnen und Verbraucher in ihrer sich verändernden Rolle vom Patienten zum Kunden: Verbraucherinformationen zum Gesundheitswesen

  • Für eine neutrale Information und Beratung ist die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) als Lotse durch das komplexe und vielschichtige Gesundheitswesen ein wichtiger Meilenstein. Sie ist ein als gemeinnützige GmbH geführter deutschlandweiter Verbund unabhängiger Beratungsstellen. Die UPD ist vom GKV Spitzenverband beauftragt, Patientenberatung als Regelleistung anzubieten. Träger der UPD sind der Sozialverband VdK Deutschland, der Verbraucherzentrale Bundesverband und der Verbund unabhängige Patientenberatung: Unabhängige Patientenberatung Deutschland. Sie bietet Ratsuchenden eine kostenfreie, neutrale und von Krankenkassen, Ärzten, Therapeuten etc. unabhängige Beratung, Information und Unterstützung z. B. bei Gesundheitsfragen, aber auch bei Konflikten mit Ärzten und Krankenkassen.

  • Um mehr Transparenz im Pflegemarkt zu erreichen, hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz die Erstellung der Verbraucherbroschüre "Noten für Pflegeheime" durch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz gefördert. Die Veröffentlichung der Pflegenoten ist ein erster, wichtiger Schritt zu mehr Information und Entscheidungskompetenz für Verbraucherinnen und Verbraucher: Broschüre zur Qualität von Pflegeheimen. Auch hier hat BMELV eine handliche Servicekarte zum raschen Einstieg in die Fragen bei der Pflegeheimsuche erarbeitet: Klappkarte zum Ausdrucken (in Farbe): Pflegeheimsuche - Die wichtigsten Tipps.

  • Das vom BMELV geförderte Internetangebot www.heimverzeichnis.de erleichtert die Suche nach einem geeigneten Heim, das auch im Alter die gewünschte Lebensqualität bietet. Das Heimverzeichnis ist eine unabhängige und bundesweite Datenbank, die ältere Menschen und ihre Angehörigen in der Phase der Entscheidung für oder gegen ein Heim unterstützt: Am grünen Haken können Verbraucherinnen und Verbraucher erkennen, ob ein Heim eine hohe Lebensqualität bietet: Heimverzeichnis.

  • Welchen Nutzen haben Pflegebedürftige und ihre Angehörigen von den veröffentlichten Ergebnissen der Qualitätsprüfungen in der Pflege? Was ist von der Bewertungssystematik für ambulante Pflegedienste zu halten? Worauf müssen Betroffene besonders achten, wenn sie einen ambulanten Pflegedienst suchen? Anhand einer vom BMELV geförderten "Gebrauchsanweisung" der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz für den Umgang mit den Qualitätsberichten in der ambulanten Pflege finden Pflegebedürftige und ihre Angehörigen Antworten auf diese wichtigen Fragen.

  • Eine handliche Servicekarte zum Thema Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) bietet Verbraucherinnen und Verbrauchern Orientierungshilfe für oder gegen ärztliche Leistungen, deren Kosten sie selbst tragen müssen: Der richtige Umgang mit Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL).

  • Die Zahl der Verbraucherinnen und Verbraucher, die an einer Allergie oder Unverträglichkeit leiden, steigt ständig an. Mit einem Aktionsplan gegen Allergien will das BMELV mehr Lebensqualität für Betroffene erreichen. Aufklärung, verbesserte Kennzeichnung aber auch Forschungsprojekte zur Entwicklung von Analysemethoden gehören dazu: Aktionsplan gegen Allergien.

  • Mit Aufklärungsmaterial und Kampagnen setzt sich die Bundesregierung dafür ein, besonders die jungen Verbraucherinnen und Verbraucher vor den Folgen übermäßigen und missbräuchlichen Alkoholkonsums zu schützen. So ist das BMELV beispielsweise offizieller Partner der Kampagne "Stay Gold": Alkoholprävention - Maßnahmen der Bundesregierung.

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