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Verbraucherforschung des BMELV

Verbraucherinnen und Verbraucher treffen täglich wirtschaftliche Entscheidungen. Durch an Verbraucherinteressen orientierte Forschung will das BMELV herausfinden, bei welchen Entscheidungen Verbraucher mehr Beratung und Hilfestellung benötigen. Mit der Gründung des "Netzwerks Verbraucherforschung" am 24.11.2011 hat das BMELV erstmals eine eigenständige Verbraucherforschung ins Leben gerufen.

Nach Einschätzung von Wissenschaftlern treffen Konsumenten die meisten Kaufentscheidungen, ohne dass dabei ihre Bedürfnisse immer optimal gedeckt werden. In einigen Bereichen haben Fehlentscheidungen sogar erhebliche Konsequenzen, etwa bei Kapitalanlagen, Alterssicherung, Arbeitsunfähigkeitsversicherung und Immobiliengeschäften. Aber auch bei kleinen Geschäften wie beispielsweise Handytarifen steht der Konsument häufig mit begrenzten Informationen einer kaum übersehbaren Angebotsvielfalt gegenüber.

In vielen Bereichen hat der Gesetzgeber bereits die Stellung des Verbrauchers auf unter-schiedlichen Märkten gestärkt. Jedoch besteht in der Ressortforschung noch kaum interdisziplinäres Know-how, um die Verbraucherpolitik unabhängig zu beraten.

Das Netzwerk Verbraucherforschung

Bislang gab es nur sehr wenige Lehrstühle oder Institute, die sich vertieft mit verbraucherorientierter Forschung beschäftigen. Beispielsweise fehlte eine übersichtliche Darstellung, inwieweit Märkte und Angebote für Verbraucherinnen und Verbraucher transparent und zugänglich sind und ob Verbraucherinnen und Verbraucher für bestimmte Entscheidungen mehr Beratung und Hilfestellung benötigen.

Erstes Netzwerk-Treffen

Das interdisziplinäre Netzwerk Verbraucherforschung soll aktive Wissenschaftler vernetzen, die sich speziell mit den Belangen der Konsumenten und deren Informationsbedürfnissen beschäftigen. Das erste Treffen fand am 24.November 2011 statt:

Das Bundesverbraucherministerium will mit der Gründung des "Netzwerks Verbraucherforschung" den Anforderungen einer integrierten Verbraucherpolitik Rechnung tragen und dem wirtschaftlichen Verbraucherschutz künftig über eine verstärkte Projektförderung noch mehr Gewicht verleihen.

"Verbraucherpolitische Themen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Moderne Verbraucherpolitik muss sich auf eine unabhängige Politikberatung stützen können", sagte Bundesministerin Aigner mit Blick auf die Gründung des "Netzwerks Verbraucherforschung".

Die interdisziplinäre Plattform für Verbraucherforschung soll aktive Wissenschaftler vernetzen, die sich speziell mit den Belangen der Konsumenten und deren Informationsbedürfnissen beschäftigen. Die Geschäftsstelle des Netzwerks wurde beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eingerichtet. Deren Aufgabe besteht u. a. darin, Expertise zu identifizieren, zu bündeln, das BMELV zu beraten, bei der Strategiebildung zu unterstützen, Fachforen zu organisieren und zur Themenfindung beizutragen. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hat inzwischen mit einer Bekanntmachung im Elektronischen Bundesanzeiger sowie mit Pressearbeit zur Beteiligung von Forschern am "Netzwerk Verbraucherforschung" aufgerufen. Interessenten können sich an die BLE wenden.

Weitere Maßnahmen des BMELV zur Verbesserung der Verbraucherforschung

Um nachhaltige Strukturen für eine interdisziplinäre Verbraucherforschung auf den Weg zu bringen, hat das BMELV neben dem "Netzwerk Verbraucherforschung" bereits eine Reihe weiterer Maßnahmen umgesetzt:

  • Der Wissenschaftliche Beirat Verbraucher- und Ernährungspolitik nimmt mit seinen Stellungnahmen eine wichtige Beratungsfunktion für die Verbraucherpolitik des BMELV wahr.
  • Die Bamberger Verbraucherrechtstage des BMELV sind als feste Größe im wissenschaftlichen Diskurs etabliert.
  • Das BMELV finanziert ab 2010 für drei Jahre eine "Stiftungsprofessur" für rechtlichen Verbraucherschutz an der Universität Bayreuth. Die Stellen am Lehrstuhl sind bereits besetzt und der Lehrstuhl hat seine Lehrtätigkeit im Wintersemester 2010 aufgenommen. Die "Stiftungsprofessur" steht dem BMELV zur Deckung wissenschaftlichen Entscheidungshilfebedarfs zur Verfügung.
  • Mit Eröffnung der Forschungsstelle Verbraucherrecht im Juli 2011 ist es gelungen, an der Universität Bayreuth bereits bestehendes Wissen zu Verbraucherthemen zu bündeln. Kompetenzen in der Bankenpolitik, dem Energierecht oder dem Urheberrecht werden zusammengeführt und erhalten eine spezifische Verbraucherausrichtung.
  • Um auch einen sehr kurzfristigen Entscheidungshilfebedarf des Ministeriums zu Fragen der wirtschaftlichen Interessen der Verbraucher und der Verbraucherinformation abdecken zu können, wird ein Expertenpool aufgebaut, der schnell wissenschaftlich fundierte Beratung sicherstellen kann.

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