Kontrolle international gehandelter Hölzer
Zunehmende Anfragen zur Bestimmung weltweit gehandelter Hölzer gehen beim Johann Heinrich von Thünen-Institut ein.
Die genaue Holzbestimmung grenzt illegalen Holzeinschlag ein, Quelle: vTI / Gerald Koch
Das Institut für Holztechnologie und Holzbiologie am Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) betreut eine der weltweit größten Holzsammlungen mit rund 26.000 Mustern und 50.000 mikroskopischen Präparaten. Die genaue Bestimmung der Hölzer ist eine unerlässliche Voraussetzung für die Kontrolle des Herkunftsnachweises.
Diese Holzsammlungen am Johann Heinrich von Thünen-Institut, einem von vier Bundesforschungsinstituten im BMELV-Geschäftsbereich, dienen in erster Linie als belegtes Referenzmaterial für die makroskopische und mikroskopische Bestimmung von international gehandelten Hölzern. Infolge globalisierter Märkte sowie der Übernutzung von etablierten tropischen Baumarten (zum Beispiel Meranti, Bangkirai oder Bongossi) werden zunehmend neue, noch (relativ) unbekannte Hölzer, so genannte Substitutionshölzer, auf den Europäischen Markt eingeführt. Diese Entwicklung betrifft vor allem den Fenstermarkt (Verknappung von Meranti) oder den stark wachsenden Markt der Verwendung von Holz für Terrassendielen.
Auch im Bereich der Haushaltsartikel (Verwendung von Holz als Schneidbretter, Stiele, Kinderspielwaren und Kleinmöbel) werden traditionell verwendete einheimische Hölzer beispielsweise Ahorn und Buche durch Hölzer aus "aller Welt" ersetzt. Die Ursache liegt in den geringeren Beschaffungs- und Produktionskosten dieser mittlerweile fast vollständig in Asien produzierten Waren. Es ist daher nicht mehr verwunderlich, dass das Holz des im Baumarkt oder Discounter angebotenen Schneidbretts oder Kleinmöbels aus einer Plantage in Südamerika stammt, in Südostasien verarbeitet und über China vermarktet wird.
Zertifizierte Ware nur durch korrekte Holzbestimmung garantiert
Diese Veränderungen im weltweiten Handel mit Holz erfordern einen erhöhten Bedarf in Bezug auf eine genaue "zweifelsfreie" Holzartenbestimmung. Denn nur durch eine korrekte Bestimmung kann sichergestellt werden, ob es sich auch wirklich um die zertifizierte Ware (Holz mit Zertifikaten für nachhaltige Bewirtschaftung) handelt, oder sogar ein Holz verarbeitet wurde, das unter Artenschutz (CITES = Convention in International Trade of Endangered Species) steht.
Das Institut für Holztechnologie und Holzbiologie hat daher im Jahr 2008 etwa 400 Anfragen zur Bestimmung weltweit gehandelter Hölzer bearbeitet. Die Anfragen kommen in erster Linie aus dem Bereich des Holzhandels (traditionelle Holzhandelsunternehmen, aber auch Discounter) und der Warenkontrolle (Zoll und Naturschutzbehörden). Zunehmend fragt aber auch der verunsicherte Verbraucher selbst nach, ob es sich bei der als Meranti deklarierten Fensterkantel auch zweifelsfrei um Meranti handelt. Für die Bestimmung der Hölzer werden mikroskopische Schnitte von den eingesandten Proben gemacht. Unter dem Lichtmikroskop können die Hölzer anhand von rund 100 anatomischen Strukturmerkmalen verglichen und bestimmt werden.
Die mikroskopische Schnittsammlung mit den 50.000 Vergleichspräparaten von 12.000 belegten Arten stellt dafür eine einmalige Grundlage dar. Die mikroskopischen Strukturmerkmale der wichtigsten weltweit gehandelten Hölzer (rund 400 Arten) sind zudem in einem computergestützten Bestimmungsschlüssel (Datenbank Commercial Timbers/Handelshölzer) beschrieben und illustriert. Weiterhin hat das Institut ein Programm für die computergestützte Bestimmung und Beschreibung von CITES geschützten Handelshölzern (CITESwoodID) entwickelt, das international verwendet wird.
Die genaue Bestimmung der Hölzer ist darüber hinaus eine unerlässliche Voraussetzung für die Kontrolle des Herkunftsnachweises, um das zunehmende Problem des illegalen Holzeinschlages einzugrenzen. Am Institut für Forstgenetik (vTI) werden aktuell neue DNA-Barcoding-Verfahren (das so genannte Fingerprinting) entwickelt und erprobt, für die Holzproben aus den wissenschaftlichen Sammlungen des vTI bereitgestellt werden.

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