Mensch - Wald - Wild. Der Jäger als Partner
Bundesjägertag am 17. Juni 2011 in Frankenthal
Bundesministerin Ilse Aigner dankt den etwa 350.000 Jägerinnen und Jägern in Deutschland für ihre Tätigkeit im Interesse der gesamten Gesellschaft.
Quelle: wojciech nowak - Fotolia.com
Anlass war die diesjährige Mitgliederversammlung des Deutschen Jagdschutzverbandes, der Bundesjägertag, der die Delegierten der Landesjagdverbände in Frankenthal zusammenführte.
Die Jagd ist die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressource Wild. In einem dicht besiedelten Land wie Deutschland übernehmen die Jäger die wichtige Aufgabe der Wildregulierung. Diese flankieren sie mit Maßnahmen zur Lebensraumverbesserung, sie richten Biotope ein und unterstützen durch die Jagdabgabe und private Mittel im erheblichen Umfang spezielle Schutzprojekte für Natur und Kulturlandschaft.
Bild der Jäger in der Gesellschaft
Mehr als 90 Millionen Euro wenden 350.000 Jagdscheininhaber jährlich für Hege und Lebensraumsicherung auf. Die ihnen gesetzlich auferlegte Hegepflicht ist gelebter Naturschutz. Dieses Engagement kommt auch nicht jagdbaren und geschützten Tieren zugute. Ganzjährig geschützt sind etwa 50 Prozent der dem Jagdrecht unterliegenden Wildtierarten.
Bundesministerin Ilse Aigner will den öffentlichen Auftrag des Jägers und seine gesamtgesellschaftliche Bedeutung stärker in den Blick der Öffentlichkeit rücken. "Jagd ist ein Thema, das uns alle angeht, wenn wir uns auch morgen noch an gesunden und artenreichen Wildbeständen erfreuen wollen" sagte sie. Die Rolle der Jäger wird in der Gesellschaft durchaus gewürdigt und ihre Bedeutung erkannt. Eine aktuelle Umfrage zum Image der Jägerschaft, die der Deutsche Jagdverband (DJV) in Auftrag gegeben hatte, zeigt, dass die Wertschätzung in der Bevölkerung recht hoch ist. Die Bedeutung der Jagd für die Regulierung der Bestände und den Schutz des Waldes kennen immerhin rund 80 Prozent. Dennoch haben Jägerinnen und Jäger immer wieder mit Vorurteilen und unsachlichen Diffamierungen zu kämpfen.
Ganz besonders würdigte die Ministerin die Initiative Lernort Natur: "Es ist ein Erfolgsmodell". Jäger investieren ihre Zeit, um Schulklassen die Natur aus nächster Nähe erfahren zu lassen. Tierstimmen-CDs, Ausrüstungsgegenstände für die Tierbeobachtung und viele weitere Materialien ergänzen das Angebot. Damit wird das Interesse der Jugendlichen an der Umwelt geweckt. "Sie schaffen Verständnis für das komplexe Zusammenspiel zwischen Hege und Bejagung, Nutzung und Naturschutz", so die Ministerin.
Dialog und Kooperation fördern
Das BMELV unterstützt die Fortentwicklung von Projekten zu Wild und Jagd, die von der Zusammenarbeit der unterschiedlichen Interessengruppen leben. Ein Vorzeigeprojekt der partnerschaftlichen Kooperation ist das Modellvorhaben Schwarzwild. Gefördert vom BMELV arbeiten Jäger und Landwirte zusammen, um kreative Lösungen für die Schwarzwildbejagung in großen Maisschlägen zu entwickeln. Als erfolgreich haben sich die getesteten Bejagungsschneisen erwiesen. 2010 wurden 21 Prozent der Abschüsse auf unterschiedlich gestalteten Schneisen getätigt. Das BMELV hat diese Ergebnisse aufgegriffen und die Grundlagen für die unkomplizierte Anlage solcher Schneisen geschaffen. Mit der Einführung neuer InVeKoS-Nutzungscodes für „Mais mit Bejagungsschneise“ entfällt die gesonderte Ausmessung und Beantragung. Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie der Dialog zwischen den Interessengruppen zu umsetzbaren und effektiven Lösungen führen kann.

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