Wildretter in der Landwirtschaft
Seit Jahren suchen Jäger und Landwirte, Industrie und Technik intensiv nach einer zuverlässigen Methode, die Gefahren für Rehkitze und andere Wildtiere beim Mähen zuverlässig zu verringern.
Die Gefahr lauert im hohen Gras., Quelle: Landesjagdverband Bayern
Jahrzehntelange Erfahrung zeigt, dass ein zuverlässiger Schutz der Wildtiere nur möglich ist, wenn die Tiere frühzeitig entdeckt werden. Das menschliche Auge und selbst die Nase eines Jagdhundes können die Tiere im Grasdickicht nur bedingt entdecken. Weit effektiver sind in diesem Fall Sensoren und Methoden der Fernerkundung. Mehrjährige Forschungsbemühungen der Bundesregierung für geeignete Techniken zielen auf eine nachhaltige Praxistauglichkeit derartiger technischer Lösungen ab.
Insbesondere die immer stärker im Vordergrund landtechnischer Verfahrensabläufe stehende satellitengesteuerte Präzisionslandwirtschaft (precision farming) wird hier mittelfristig – auch durch Fördermaßnahmen zur Technikeinführung in die Praxis – wirksame Abhilfe schaffen können. Das Mähen der Flächen zum Beispiel von der Mitte einer Parzelle aus führt leider oft nicht dazu, dass die Tiere die Flächen verlassen, sondern häufig ziehen sie sich lediglich in die äußeren Segmente einer Parzelle zurück, so dass sich die Problematik lediglich verlagert.
Verbundprojekt "Wildretter"
Ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes mehrjähriges Forschungsvorhaben unter Beteiligung und Mitwirkung von Wissenschaft, Industrie und Interessenverbänden untersucht verschiedene moderne technische Lösungsansätze, um dieser Problematik wirkungsvoll zu begegnen. Das BMELV wird auf den Projektergebnissen aufbauend weiter die Erforschung der Praxistauglichkeit geeigneter Wildrettersysteme für die Landwirtschaft unterstützen.
http://forschung.wildretter.de
Bedrohte Tierwelt im hohen Gras
Die ersten Lebenswochen besonders der Rehe fallen mit der ersten Mähperiode des Grünlandes in der Landwirtschaft zusammen. Der alljährlichen Grünlandmahd fallen bedauerlicherweise jedes Jahr zu viele Tiere zum Opfer. Auch für die Nutztiere in der Landwirtschaft selbst stellen die getöteten Wildtiere eine Gefahr dar: Das gemähte Gras wird meist siliert und an Rinder und Pferde verfüttert. Befinden sich Teile der beim Mähen getöteten Tiere im Futter, kann es zu Vergiftungen (Botulismus) kommen.

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