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Versuchstierzahlen 2010

In Deutschland wurden im Jahr 2010 rund 2,9 Millionen Wirbeltiere für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke eingesetzt. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) wertet die Daten, die ihm von den Bundesländern zur Verfügung gestellt werden, jährlich aus.

Bei der Datenerhebung werden alle Wirbeltiere erfasst, unabhängig von der Belastung durch den jeweiligen Eingriff. Dies schließt eine Blutentnahme ebenso ein wie einen operativen Eingriff oder einen Arzneimitteltest. Tierversuche dürfen in Deutschland grundsätzlich nur an Wirbeltieren durchgeführt werden, die für solche Zwecke gezüchtet wurden. Dies gilt nicht für bestimmte landwirtschaftliche Nutztiere und Fische.

Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft kann auf Tierversuche trotz des vermehrten Einsatzes von Alternativmethoden noch nicht verzichtet werden. Versuchsvorhaben dürfen jedoch von der zuständigen Behörde nur genehmigt werden, wenn der Antragsteller wissenschaftlich begründet dargelegt hat, dass der verfolgte Zweck nicht durch andere Methoden oder Verfahren erreicht werden kann. Außerdem muss der Tierversuch ethisch vertretbar sein. Tierversuche zur Entwicklung von Waffen, Munition Tabakerzeugnissen, Waschmitteln und Kosmetika sind in Deutschland verboten.

Gegenüber dem Vorjahr ist die Gesamtzahl der verwendeten Wirbeltiere um 70.000 Tiere, d. h. 2,5 Prozent, gestiegen. Über ein Viertel der eingesetzten Tiere waren im vergangenen Jahr gentechnisch verändert. Allein hier war ein Anstieg von 115.000 Tieren (19 Prozent) festzustellen. Transgene Tiere, hier sind insbesondere Mäuse, Ratten und Fische zu nennen, ermöglichen der Forschung Erkenntnisgewinne zu bestimmten Krankheiten und Wirkmechanismen. Ein weiterer Grund für den Anstieg der verwendeten Tiere ist der Ausbau des Forschungsstandortes Deutschland.

Zwei Drittel der eingesetzten Versuchstiere dienten der Erforschung von Erkrankungen von Menschen oder Tieren. Hier sind mit 86 Prozent insbesondere die Nagetiere wie Mäuse und Ratten zu nennen. 5,8 Prozent der Tiere waren Fische, 3,7 Prozent Vögel und 3,1 Prozent Kaninchen. Bei den Kaninchen ist seit mehreren Jahren ein leichter Rückgang der eingesetzten Tiere zu verzeichnen. Die Anzahl verwendeter Hunde ist seit 2007 rückläufig, ihr Anteil betrug im Jahr 2010 0,1 Prozent, der der Katzen 0,03 Prozent.

Deutschland leistet innerhalb der Europäischen Union einen herausragenden Beitrag für die Erforschung tierversuchsfreier Prüfmethoden sowie Verfahren, die für die Tiere mit weniger Belastungen verbunden sind. Besonders sind hier die "Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch" (ZEBET), der Förderschwerpunkt "Ersatzmethoden zum Tierversuch" des Bundesforschungsministeriums, der Tierschutzforschungspreis des BMELV sowie die Unterstützung der "Stiftung zur Förderung der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zur Einschränkung von Tierversuchen" zu nennen.

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