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Versuchstierzahlen 2009

Die Zahl der Wirbeltiere, die für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke eingesetzt werden, lag im Jahr 2009 in Deutschland bei rund 2,8 Millionen. Dies geht aus einer Auswertung der Zahlen durch das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) hervor.

In dieser Gesamtzahl enthalten sind sämtliche Wirbeltiere, die zum Einsatz kamen, also auch solche, denen beispielsweise lediglich Blut abgenommen wurde.

Trotz des vermehrten Einsatzes von Alternativmethoden kann nach derzeitigem Stand der Wissenschaft auf Tierversuche nicht völlig verzichtet werden. Sie sind jedoch auf ein unerlässliches Maß zu beschränken, und sie dürfen nur durchgeführt werden, wenn eine wissenschaftliche Erkenntnis nicht auch mit anderen Methoden oder Verfahren erlangt werden kann. Zudem müssen die Tierversuche ethisch vertretbar sein. Tierversuche zur Entwicklung von Waffen, Munition, Tabakerzeugnissen, Waschmitteln oder Kosmetika sind in Deutschland verboten.

Auch im vergangenen Jahr wurden die meisten Versuchstiere zur Erforschung von Erkrankungen von Menschen oder Tieren eingesetzt. Es handelte sich bei über 87 Prozent um Nagetiere, darunter vor allem Mäuse und Ratten. 5,2 Prozent der Tiere waren Fische, 3,7 Prozent Vögel. Bei den Kaninchen ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent auf 59.208 Tiere gesunken. Die Zahl der Affen liegt mit 2.313 im Bereich der Vorjahre. Erstmals wurden im Berichtszeitraum keine Halbaffen eingesetzt. Menschenaffen wurden zuletzt im Jahr 1991 in Deutschland für wissenschaftliche Zwecke verwendet. Die Zahl der Hunde sank um 13,9 Prozent auf 3.832.

Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Versuchstiere um 3,5 Prozent angestiegen. Grund für die Steigerung ist insbesondere der verstärkte Einsatz von transgenen Tieren, die der Forschung einen vielversprechenden Erkenntnisgewinn zu bestimmten Krankheiten ermöglichen. Ein Trend, der sich auch in anderen europäischen Staaten seit mehreren Jahren abzeichnet. Zudem trägt der Ausbau des Forschungsstandorts Deutschland zur höheren Zahl der Versuchstiere bei.

Die Koalitionspartner haben sich im Koalitionsvertrag dazu verpflichtet, die Entwicklung von Ersatzmethoden zum Tierversuch weiter zu fördern. Das BMELV wird mit einem Expertengremium prüfen, welche Initiativen erfolgversprechend sind, um die Tierversuche zu reduzieren. Deutschland leistet innerhalb der Europäischen Union bereits heute einen herausragenden Beitrag für die Erforschung tierversuchsfreier Prüfmethoden und Verfahren, die für die Tiere weniger belastend sind. Die "Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch" (ZEBET) des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) ist hier nur eine Säule. Weitere Beispiele sind der Förderschwerpunkt "Ersatzmethoden zum Tierversuch" des Bundesforschungsministeriums (BMBF), der Tierschutzforschungspreis des BMELV zur Förderung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden, sowie die Unterstützung der "Stiftung zur Förderung der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zur Einschränkung von Tierversuchen".

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