Verleihung des 30. Tierschutz-Forschungspreises: Parlamentarischer Staatssekretär Peter Bleser, Frau Fransisca Leonard, Frau Dr. Eva-Maria Collot, Prof. Claus-Michael Lehr, Dr. Jörn Hendrik Reuter, Prof. Andreas Hensel, Präsident des BfR (v.l.n.r.), Quelle: BfR / Friedmann-Marohn
Tierschutz-Forschungspreis 2011
Forschungspreis zur Förderung methodischer Arbeiten mit dem Ziel der Einschränkung und des Ersatzes von Tierversuchen zum 30. Mal verliehen.
Der Parlamentarische Staatssekretär des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Herr Peter Bleser, überreichte am 13. Dezember 2011 in Berlin den Tierschutzforschungspreis 2011.
Der 30. Tierschutzforschungspreis geht in diesem Jahr an Wissenschaftler des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutische Forschung Saarland und der Universität des Saarlandes sowie der Beiersdorf AG Hamburg. "Der Forschungspreis des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz dient der Förderung wissenschaftlicher Arbeiten, um Tierversuche weiter einzuschränken und wo immer es geht ganz zu ersetzen“, sagte Bleser.
Die Preisverleihung fand im Rahmen des zweitägigen Forums "Schutz der Versuchstiere – Welche Rolle spielt das Refinement" im Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) statt.
Im Zentrum der prämierten Arbeit von Prof. Dr. Claus-Michael Lehr und dessen Mitarbeiterinnen Dr. Eva-Maria Collnot und Fransisca Leonard vom Helmholtz-Institut Saarbrücken und der Universität des Saarlands steht ein Zellkultursystem zur "Entwicklung und Etablierung eines In-vitro-Modells der entzündeten menschlichen Darmschleimhaut". Dieses kann Tierversuche ersetzen, die in der biomedizinischen Forschung und im Rahmen der pharmazeutischen Entwicklung durchgeführt werden.
Dr. Jörn Hendrik Reuter von der Beiersdorf AG in Hamburg erhält den Preis für seine Arbeit "Standardisierung der Verwendung menschlicher Blutzellen zur Vorhersage von allergenem und photoallergenem Potenzial von Stoffen". Die Methode kann Tierversuche zur Erkennung von Allergie auslösenden Stoffen ersetzen.
Der Tierschutz-Forschungspreis des BMELV
Bei der Entwicklung, Prüfung und Kontrolle von chemischen und pflanzlichen Stoffen, insbesondere im Bereich der Arzneimittel, Lebensmittelzusatzstoffe und Bedarfsgegenstände, werden zur Erfüllung der rechtlichen Anforderungen zum Schutz der Verbraucher-Gesundheit noch immer Tierversuche eingesetzt. Um die Forschung anzuregen, nach Möglichkeiten zur Einschränkung oder zum Ersatz dieser Tierversuche zu suchen, hat das Bundesministerium für Gesundheit seit 1980 und seit 2001 das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) einen Forschungspreis ausgeschrieben. Der Preis ist mit bis zu 15.000 Euro dotiert.
Der Preis wird für wissenschaftliche Arbeiten ausgeschrieben, die einen Beitrag insbesondere zur Weiterentwicklung pharmakologisch-toxikologischer Untersuchungsverfahren leisten, wie zum Beispiel. zur Bestimmung der akuten, subchronischen und chronischen Toxizität, der erbgutverändernden, tumorerzeugenden, fruchtbarkeits- und fruchtschädigenden Eigenschaften sowie der nutzbringenden Wirkungen. In den Arbeiten soll auch auf den biologischen Aussagewert der Ergebnisse für den Menschen eingegangen werden.
Die Vergabe des Preises erfolgt auf Vorschlag eines unabhängigen Preiskuratoriums. Eine Aufteilung des Preises auf mehrere Preisträger bleibt vorbehalten. Ein Anspruch auf Preisverleihung besteht nicht.

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