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Bienen: Lebensnotwendig für Nutz- und Wildpflanzen

In Deutschland halten etwa 90.000 Imker ungefähr 750.000 Bienenvölker. Durchschnittlich bewirtschaftet ein Imker also etwa acht bis zehn Völker, nur zwei Prozent der Imker besitzen mehr als 50 Völker.

Die Zahl der von Imkern gehaltenen Völker ging in den letzten Jahren zurück. Die Gründe hierfür sind vielschichtig. In den letzten Jahren fehlte es vor allem im Bereich der Hobbyimkerei an Nachwuchs und ältere Imker reduzierten die Zahl ihrer Völker. Heute steigen die Mitgliederzahlen in den Imkerverbänden jedoch wieder an. Durch die nach Europa eingeschleppte Varroa-Milbe, ein Parasit der Honigbiene, wird in den Völkern ein erheblicher Schaden angerichtet. Die Bekämpfung der Varroa-Milbe bedeutet einen hohen Arbeitsaufwand, den viele Hobbyimker nicht leisten können.
Durch den intensiven Ackerbau ist nach der Obst- und Rapsblüte häufig keine "Bienenweide" mit ausreichender Pollen- und Nektarversorgung mehr vorhanden. Damit ist eine ganzjährige Standort-Imkerei in diesen Gebieten kaum noch möglich.

Ökonomischer Nutzen der Bestäubung von Agrarpflanzen

Von den schätzungsweise mehr als 20.000 Bienenarten weltweit sind in Deutschland rund 550 heimisch und in unseren Ökosystemen und Landschaften unverzichtbar. Durch ihre Bestäubungsleistung tragen sie maßgeblich zur Erhaltung der biologischen Vielfalt bei – durch den Erhalt und die Erneuerung der Blütenpflanzen selbst sowie durch den reichlichen Frucht- und Samenansatz der Wild- und Kulturpflanzen als Nahrungsgrundlage vieler Tierarten. Unter Experten herrscht Einigkeit, dass der Rückgang der Bestäuber eine der Hauptbedrohungen für die Erhaltung der biologischen Vielfalt ist. Doch die Auswirkungen sind im Detail noch immer unklar.

Französische und deutsche Wissenschaftler haben 2008 erstmals berechnet, welche Werte Insekten wie Bienen durch die Bestäubung von Agrarpflanzen schaffen. Der Studie zufolge hat der ökonomische Nutzen durch diese Bestäubung 2005 etwa 153 Milliarden Euro betragen. Zudem ist der durch die Bestäubung der Kulturpflanzen entstehende Nutzen deutlich höher (Schätzungen gehen vom 15 bis 20-fachen) als der direkte Nutzen aus Honig und allen anderen Bienenprodukten.

Von der Bestäubung durch Honigbienen hängen in Deutschland wichtige landwirtschaftliche Erträge im Pflanzen- und Obstbau ab. Viele Kulturpflanzenarten sind auf den Blütenbesuch durch Bienen, aber auch andere Bestäuberinsekten wie Fliegen, Käfer und Schmetterlinge, angewiesen oder ihr Ertrag wird durch sie höher und sicherer.

Aufgrund der sich stetig verändernden Umweltbedingungen – auch bedingt durch den Klimawandel – ist die Bienenhaltung mit neuen Problemstellungen konfrontiert, die für eine zukunftsfähige Imkerei gelöst werden müssen.

Deutsches Bienenmonitoring

Die Bundesregierung fördert gemeinsam mit den Ländern das "Deutsche Bienenmonitoring", um die periodisch auftretenden Winterverluste von Bienenvölkern zu klären. Als Ursache für die periodischen Überwinterungsverluste kommen verschiedene, sich teilweise überlagernde und verstärkende Faktoren (insbesondere die Stärke des Befalls mit der Varroa-Milbe und Wirksamkeit ihrer Bekämpfung, Ernährungssituation der Bienen) in Betracht. Weitere Untersuchungen müssen zeigen, welche Rolle zum Beispiel Pflanzenschutzmittel im Hinblick auf die Bienengesundheit spielen.

In dieser Hinsicht hat das Deutsche Bienenmonitoring, das im Jahre 2004 etabliert worden ist, zur komplexen Thematik der Bienengesundheit, der Bienenhaltung und Bienenzucht bereits wertvolle Erkenntnisse geliefert. Deshalb setzt sich das BMELV für seine optimierte Fortführung ein. Seit 2010 beteiligen sich Bund und Länder mit jeweils 400.000 Euro pro Jahr am Bienenmonitoring.

Das deutsche Bienenmonitoring ist in seiner Dimension in Europa einzigartig und zeigt einen zukunftsweisenden Weg für die erfolgreiche Organisation und Durchführung von wissenschaftlicher Forschung und Ursachenergründung.

Fragen und Antworten zum Bienenmonitoring

Förderung

Aufgrund ihrer wichtigen Funktionen werden Bienen durch das Bundesnaturschutzgesetz und die Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt.

Zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Bienen zielen einige Agrarumweltmaßnahmen des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" auch auf die Optimierung der Bienenweide, z.B. durch Förderung

  • blütenreicher Saaten - auch als Ackerrandstreifen, als Zwischenfrüchte und zur Biomassenutzung;
  • von Landschaftselementen mit hohem ökologischen Nutzen, z.B. durch Erhaltung und Neuanlage von Feldgehölzen, Weidenpflanzungen, Ufergehölzen, Streuobstwiesen und sonstigen Obstgehölzen;
  • der Umwandlung von Acker- in Dauergrünland.

Das europäische Recht eröffnet Möglichkeiten zur Förderung von Maßnahmen zur Verbesserung der Erzeugungs- und Vermarktungsbedingungen für Imkereiprodukte. Beihilfefähige Maßnahmen im Rahmen dieser Förderung sind:

  • technische Hilfe für Imker,
  • Bekämpfung der Varroose,
  • Rationalisierung der Wanderimkerei,
  • Analyse des Honigs durch Labors,
  • Wiederauffüllung des Bienenbestandes
  • Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Organisationen.

Dieses Programm wird von der Europäischen Union und den Mitgliedstaaten je zur Hälfte finanziert. In Deutschland liegt die Zuständigkeit für die Durchführung und Finanzierung des Programms bei den Bundesländern und wird durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz koordiniert.

Forschung

Mit verschiedenen Projekten der Ressortforschungsinstitute des BMELV, im Rahmen des BMELV-Programms zur Innovationsförderung und mit sonstigen Forschungsaufträgen an externe Einrichtungen fördert das BMELV die Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse etwa zur Verbesserung der Bienengesundheit und -vitalität, zu neuen Zuchtverfahren, zur Kontrolle der Honigqualität und zur Ertragsoptimierung im Obstbau. Die Forschungsergebnisse sollen dazu beitragen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher auch zukünftig hochwertigen und gesunden Honig aus deutscher Erzeugung genießen können.

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