Navigation und Service

Gruppe der Teilnehmer am Bildungsgipfel Bundesministerin Ilse Aigner im Kreis der Teilnehmer, Quelle: BMELV

Spitzengespräch zur agrarischen Berufsbildung

Auf Initiative von Bundesministerin Ilse Aigner trafen sich am 23.06.2010 in Berlin Vertreter der Agrarverbände. Vier Kernthemen standen im Zentrum der Gespräche: die Situation in der Berufsbildung, die Anforderungen an die Qualifikation von Fach- und Führungskräften, die Sicherung des Berufsnachwuchses und die Zusammenarbeit der Bildungsstätten.

Bundesministerin Ilse Aigner betonte, dass die Berufsbildung immer mehr zum wichtigen Zukunftsthema für den Wirtschaftsstandort Deutschland und damit auch für die deutsche Agrarwirtschaft wird. Vor diesem Hintergrund habe sie ein hohes Interesse an dem Meinungsaustausch mit den Akteuren der Berufsbildung im Agrarbereich.

Im Gespräch wurde deutlich, dass sowohl das BMELV als auch die Gesprächsteilnehmer den Grad und die Intensität der Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern und anderen Akteuren des agrarischen Berufsbildungsbereichs sehr positiv beurteilen.

Zwei Prinzipien haben sich nach Ansicht der Bundesministerin bei der Sicherung einer hohen Qualität der Aus- und Fortbildung im Agrarbereich bewährt:

Fachministerprinzip

Durch das Fachministerprinzip erhält das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) die generelle Zuständigkeit für alle Fortbildungsregelungen. Darunter fallen z. B.

  • die Verordnungen über die Eignung der Ausbildungsstätten für die Berufsausbildung und
  • die Verordnung über die fachliche Eignung des Ausbilders

Sozialpartnerprinzip

Die Weiterentwicklung der auf dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) geregelten Aus- und Fortbildung erfolgt in einer konstruktiven Zusammenarbeit von Arbeitgebern, Arbeitnehmern, Bund und Ländern. Grundgedanke dabei ist, dass die Ziele beider Seiten besser durch Kooperation als durch Konfrontation zu erreichen sind.

Als einen großen Erfolg der engen Zusammenarbeit stellte Bundesministerin Aigner die intensive Modernisierung der Verordnungen zur Berufsbildung im Agrarbereich heraus. Allein im Jahr 2010 werden voraussichtlich neun Regelungen novelliert.

Die Sozialpartner kündigten Aktivitäten im Hinblick auf eine Bundesregelung für den Beruf „Landwirtschaftlicher Laborant/-in“ an.

Ergebnisse des Spitzengesprächs

Gruppe der Teilnehmer am Bildungsgipfel auf einer Treppe Quelle: BMELV

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung steht der Agrarbereich vor der Herausforderung, auch in Zukunft eine ausreichende Zahl Jugendlicher für den Einstieg in diesen Wirtschaftsbereich zu interessieren. Dazu wollen die Berufsverbände

  • ihre Imagearbeit intensivieren,
  • verstärkt die Möglichkeiten der neuen Medien nutzen und
  • sich gemeinsam mit der IG BAU bei der Berufsberatung für eine positivere Darstellung der grünen Berufe einsetzen.

Sowohl die Verbände als auch die IG BAU sehen die Notwendigkeit, die gute Qualität in der Ausbildung beizubehalten. In den Bereichen überbetriebliche Ausbildung, Fachschulen und Hochschulen müssen die Bildungswege konsequent nach den Anforderungen des Arbeitsmarktes ausgerichtet werden.

Zunehmend interessieren sich auch Jugendliche mit einem nichtlandwirtschaftlichen Hintergrund für die Ausbildung. Das gute Niveau, der hohe Anspruch sowie die sehr positiven Berufsperspektiven einschließlich der Aufstiegsmöglichkeiten müssten noch klarer dargestellt werden, um die Attraktivität landwirtschaftlicher Berufe bei den Jugendlichen zu steigern. Gleichzeitig gilt es, die Vermittlung und Beruforientierung nachdrücklich zu verbessern. Herr Wichert, Bildungsbeauftragter des Deutschen Bauernverbandes, verwies auf die nach wie vor hohe Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen des Agrarbereichs.

Die Teilnehmer, besonders die Jugendverbände und der LandFrauenverband, betonten die Bedeutung der Berufswettbewerbe. Sie seien nicht nur wichtige Leistungsvergleiche, sondern auch eine gute Möglichkeit, öffentlichkeitswirksam die Agrarberufe als Zukunftsberufe darzustellen. Junggärtner und Landjugend dankten in diesem Zusammenhang Frau Bundesministerin für die Unterstützung und Förderung.

Teilnehmer der Gesprächsrunde:

Vertreter

  • der Industriegewerkschaft Bauen Agrar Umwelt (IG BAU)
  • des Deutschen Bauernverbandes (DBV)
  • des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG)
  • des Deutschen Weinbauverbandes (DWV)
  • des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv)
  • des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) und
  • der Arbeitsgemeinschaft deutscher Junggärtner (AdJ).

weitere Informationen

Diese Seite

Unternavigation aller Website-Bereiche