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Bonn neuer Standort des Globalen Fonds für Nutzpflanzenvielfalt

Das Präsidium des Global Crop Diversity Trust (Globaler Fonds für Nutzpflanzenvielfalt - GCDT) hat am 8. Juni 2011 - zum Abschluss seiner dreitägigen Sitzung, die auf Einladung von Ministerin Aigner und Minister Dr. Westerwelle in Bonn stattfand - eine Entscheidung für Bonn als seinem neuen Standort getroffen.

Der Umzug der Organisation nach Bonn soll möglichst bereits im Jahr 2012 erfolgen. Damit hat sich die deutsche Bewerbung um den Standort des Fonds gegen die konkurrierenden Bewerbungen aus Genf sowie aus Rom, dem jetzigen Standort des Fonds, durchgesetzt.

Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner begrüßte die Entscheidung des Präsidiums ausdrücklich: "Dies ist ein wichtiger Meilenstein bei den Bemühungen des BMELV und der Bundesregierung insgesamt für eine nachhaltige deutsche, europäische und internationale Politik bei der Bewältigung globaler Herausforderungen. Schutz und nachhaltige Nutzung von Biologischer Vielfalt sind kein Gegensatz, sondern zwei Seiten derselben Medaille. Internationale Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der genetischen Ressourcen von Nutzpflanzen sind ein zentraler Schlüssel, um Antworten auf diese Herausforderungen geben zu können, sei es zur Sicherung der Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung, dem Erhalt biologischer Vielfalt oder bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels. Hierbei kommt dem "Globalen Fonds für Nutzpflanzenvielfalt" eine sehr bedeutsame Rolle zu, die der Fonds am künftigen Standort Bonn, einem Zentrum für nachhaltige Politik, Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft - in enger Abstimmung mit dem "Internationalen Vertrag für Pflanzengenetische Ressourcen (ITPGR)" sowie der "Kommission für genetische Ressourcen der FAO" - wahrnehmen wird", sagte Aigner in einer Grußbotschaft an das Präsidium des Fonds.

Der Fonds wurde 2004 als international unabhängige, mit den Vereinten Nationen verbundene Organisation nach internationalem Recht gegründet (näheres unter www.croptrust.org). Er hat die Aufgabe, die dauerhafte Erhaltung und Verfügbarkeit pflanzengenetischer Ressourcen sicherzustellen, um eine nachhaltige Landwirtschaft und die Sicherheit der Nahrungsmittelversorgung zu unterstützen. Dazu verfolgt er international vereinbarte, wissenschaftlich fundierte Strategien zur Erhaltung natürlicher pflanzengenetischer Ressourcen. Diese Strategien werden zwischen den Mitgliedsländern und Geberländern des Fonds sowie insbesondere mit dem Internationalen Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (ITPGR) und der FAO-Kommission für genetische Ressourcen abgestimmt.

Der Fonds hat sich das Ziel gesetzt, über 300 Millionen USD als Stiftungskapital zu sammeln. Deutschland hat zu diesem Stiftungskapital 10 Millionen USD in dem Zeitraum von 2005 bis 2010 beigesteuert. Aus den mit dem Stiftungskapital erwirtschafteten Zinsen sollen die weltweit in Genbanken gehaltenen natürlichen pflanzengenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft langfristig erhalten werden.

Der Globale Fonds für Nutzpflanzenvielfalt ist nicht nur in den typischen Entwicklungsländern Asiens und Afrikas aktiv, sondern weltweit tätig. Unter anderem gründete er die in den Medien häufig behandelte Weltsaatgutbank auf Spitzbergen, die 2008 eröffnet wurde.

Eingang der Weltsaatgutbank, seitliche Ansicht Das Svalbard Global Seed Vault, zu deutsch Weltweites Saatgut-Gewölbe auf Spitzbergen, ist eine Einrichtung des Global Crop Diversity Trust (GCDT), Quelle: GCDT

Ausschlaggebend für die Entscheidung des Präsidiums des Fonds für Bonn waren vor allem

  • das Angebot des BMELV und der Bundesregierung insgesamt, den Fonds und seine Ziele (Schutz und Nutzung von Biodiversität; nachhaltige Sicherung der Welternährung und Gestaltung des Klimawandels) politisch zu unterstützen und auf europäischem wie internationalem Parkett zu flankieren,
  • die guten Standortbedingungen, die Bundesregierung, Land NRW, Region und insbesondere die UN-Stadt Bonn anzubieten haben, sowie
  • die vielen Netzwerke aus UN-Organisationen, Bundesministerien, NGOs, Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen, die sich in der Region Köln-Bonn der Nachhaltigkeit, der Biodiversität, dem Klimaschutz und insbesondere der in diesem Kontext relevanten Pflanzenzüchtung und -forschung verschrieben haben.

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