Biologische Vielfalt in Bildern
Die nachfolgenden Motive geben einen kleinen Einblick, was biologische Vielfalt in der Land-, Forst-, Fischerei- und Ernährungswirtschaft bedeutet.
Sie wurden im Rahmen der Initiative "Biologische Vielfalt schützen und nutzen" des BMELV eingesetzt, z.B. in Grußkarten oder in Verbindung mit einer Mini-CD (Memoryspiel zur biologischen Vielfalt).
Hier erklärt das BMELV, was sich hinter den Motiven verbirgt.
Sortenreiche Streuobstwiese
Sortenreiche Streuobstwiese mit Hochstamm-Obstbäumen, Quelle: Peter Meyer - aid infodienst
Das Bild zeigt eine Streuobstwiese mit Hochstamm-Obstbäumen. In Streuobstwiesen sind oft alte und regional-typische Obstsorten erhalten geblieben. Streuobstwiesen sind ein wichtiger Lebensraum für viele bereits gefährdete Tier- und Pflanzenarten der Kulturlandschaft (wie etwa der Steinkauz und viele Insektenarten).
Sie dienen sowohl der Erzeugung von Obst (zum Beispiel für sortenreine Obstsäfte) als auch als Viehweide oder Mähwiese in oft extensiver Form.
Ohne Nutzung gingen diese alten und oftmals seltenen Obstsorten und der wertvolle Lebensraum Streuobstwiese verloren.
Bunter Mischwald
Artenreicher Mischwald, Quelle: Martina Bock - Fotolia
Das Bild zeigt einen artenreichen Mischwald. Im Mischwald kommen Laub- und Nadelbäume gemeinsam vor.
Die Vielfalt der Mischung unterschiedlicher Baumarten verleiht diesen Wäldern eine besondere Stabilität gegen Klimaextremen und eine hohe Widerstandskraft gegen Stürme und Schädlinge.
Außerdem bieten sie auch einer großer Zahl wildlebender Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum.
Mischwälder sind das Ziel einer naturnahen Forstwirtschaft.
Unverzichtbare Mikroorganismen
Nahrungsmittel, die mit Hilfe von Mikroorganismen erzeugt wurden, Quelle: Thomas Perkins - Fotolia
Das Bild zeigt verschiedene Nahrungsmittel, die mithilfe von Mikroorganismen erzeugt wurden (Brot, Käse, Wein).
Mikroorganismen sind unentbehrliche genetische Ressourcen der Ernährungsindustrie. Ihre Vielfalt ist verantwortlich für die von uns geschätzte Geschmacksvielfalt bei Produkten wie beispielsweise Brot, Käse, Wein, Bier, Joghurt ...
Viele Stämme an Mikroorganismen wurden für spezielle Anwendung in der Ernährungswirtschaft ausgelesen und gezüchtet. Ohne eine gesicherte Nutzung werden sie oftmals verloren gehen.
Bucheckern
Bucheckern, die Früchte der Rotbuche, Quelle: Uwe Wittbrock - Fotolia
Das Bild zeigt Bucheckern, die Früchte der Rotbuche (Fagus sylvatica). Die Rotbuche ist eine wichtige Nutzbaumart in Deutschland.
Die Rotbuche hat ihren Verbreitungsschwerpunkt in Deutschland. Wir tragen deshalb für die Erhaltung der Rotbuche eine besondere Verantwortung. Buchenwälder sind wichtiger Lebensraum vieler heimischer Waldarten. Buchen liefern Holz für verschiedene Verwendungen, zum Beispiel für Möbel und Treppen sowie als Brennholz.
Nur eine ausreichende Holzverwendung und auskömmliche Preise für Buchenholz ermöglicht den Forstbetrieben die langfristige Erhaltung und Verjüngung der Buchenwälder.
Bestäubende Honigbiene
Honigbiene im Sammelflug an Kirschblüten, Quelle: Kramkon - Fotolia
Das Bild zeigt eine Honigbiene im Sammelflug an Kirschblüten. Bienen sind als Bestäuber ein wichtiger Teil der biologischen Vielfalt und erfüllen eine wichtige Funktion in Ökosystemen der Kulturlandschaft. Die Honigbiene ist als Lieferant wichtiger Naturprodukte, wie Honig und Wachs ein bedeutendes Nutztier.
Die Honigbiene könnte heute in Deutschland ohne die Pflege durch Imker praktisch nicht mehr existieren.
Viele der über 500 heute in Deutschland existierenden weiteren Bienenarten sind erst durch die "Öffnung" der Landschaft durch die Landwirtschaft in Deutschland heimisch geworden.
Nähere Informationen zu den Bienen im Beitrag:
Bienen: Lebensnotwendig für Nutz- und Wildpflanzen
Nützlicher Marienkäfer
Marienkäfer und seine Nahrung - Blattläuse, Quelle: komandos - Fotolia
Das Bild zeigt einen Marienkäfer und seine Nahrung – Blattläuse. Marienkäfer gehören zu den Nützlingen in Agrarökosystemen, da sie dort schädliche Insekten, wie Blattläuse, vertilgen.
Nützlinge werden in den Agrarökosystemen beispielsweise durch die Anlage von Hecken und Blühstreifen gefördert und vor schädlichen Einflüssen gezielt geschützt (Pflanzenschutz-Gesetzgebung).
Grünlanderhaltendes "Fleckvieh"
Rinder der Rasse "Fleckvieh", Quelle: Thomas Stephan - www.oekolandbau.de
Das Bild zeigt Rinder der Rasse "Fleckvieh". Die Milchviehaltung ist ein wichtiger Sektor der Landwirtschaft. Die Milchviehhaltung nutzt Grünland, das einen sehr artenreichen und naturnahen Lebensraum in Agrarökosystemen darstellen kann.
Das Fleckvieh ist eine typische Rasse in Bayern und Baden-Württemberg und spielt dort eine überragende Rolle in der Milchviehhaltung.
Die gewünschte Erhaltung des Grünlands in Deutschland ist nur möglich, wenn es auch als Futtergrundlage für die Milchviehhaltung genutzt wird. Das Fleckvieh ist eine angepasste Rasse für die Nutzung des regionalen Grünlandes.
Landschaftspflegende Heidschnucken
Böcke der Schafrasse "Heidschnucke", Quelle: Thomas Stephan - www.oekolandbau.de
Das Bild zeigt Böcke der Schafrasse "Heidschnucke". Heidschnucken sind regional typische Nutztierrassen der Heidelandschaften, wie die Lüneburger Heide.
Heidschnucken stehen exemplarisch für die Verbindung regional angepasster Nutztierrassen mit typischen und einzigartigen Kulturlandschaften. Ohne Nachfrage nach Wolle, Fleisch und Milch der Heidschnucke ist eine Erhaltung dieser Rasse und der durch sie geprägten Landschaft trotz Unterstützung seitens des Staates und des Naturschutzes nicht möglich.
Gezüchtete Apfelsorten und Wildäpfel
Verschiedene Apfelsorten, auch Wildäpfel, Quelle: M. Fischer, Pillnitz
Das Bild zeigt eine Vielfalt bei Äpfeln ganz verschiedener Sorten. Darunter sind auch Wildäpfel. Das Motiv steht exemplarisch für die Sortenvielfalt bei Obst und auch bei Gemüse und anderen Nutzpflanzen. Durch die Kombination mit Wildäpfeln wird auch die Verbindung von Zuchtsorten zu ihren "Wilden Verwandten" den Wildformen abgebildet.
Sortenvielfalt kann nur dann in der Produktion aufrechterhalten werden, wenn sie vom Verbraucher wahrgenommen und auch regelmäßig gekauft wird.
Vielfältiger Bauerngarten
Traditioneller Bauerngarten mit großer Vielfalt an Nutzpflanzen, Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Das Bild zeigt einen traditionellen Bauerngarten mit großer Vielfalt an Nutzpflanzen. Traditionelle Bauerngärten enthalten oft eine große Nutzpflanzenvielfalt bei Obst-, Gemüse-, Gewürz- und Zierpflanzenarten. Oft sind auch noch alte und seltene Sorten dort zu finden.
Diese auch sehr schön anzuschauenden Gärten sind stark im Rückgang begriffen.
Traditionelle Bauerngärten sind Orte höchster biologischer Vielfalt (auch wilder Arten), die nur durch die Nutzung und Pflege existieren. An die Nutzung vieler der dort angebauten Arten ist traditionelles Wissen (Rezepte, Ernteverfahren, ...) geknüpft.
Traditionsreiche Riesling-Traube
Weintrauben der Sorte "Riesling" am Rebstock, Quelle: Augenblick - Fotolia
Das Bild zeigt Weintrauben der Sorte "Riesling" am Rebstock. Weinanbau ist ein wichtiger Produktionszweig der deutschen Agrarwirtschaft. Beim Wein haben die Sorte und die regionale Herkunft des Produkts für den Verbraucher ein große Bedeutung und werden entsprechend wahrgenommen und wertgeschätzt.
Weinberge, vor allem in Terrassen- oder Steillage, stellen eine Kulturlandschaft dar, die eine hohe biologische Vielfalt an Kulturformen und Wildarten beherbergen können. Weinbauregionen besitzen meist eine große regionale Identität, die auch bei der Vermarktung eine Rolle spielt.
Heimische Meeresfischart "Seeskorpion"
Seeskorpion, Meeresfischart der Nordsee, Quelle: Institut für Ostseefischerei (OSF) des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI)
Das Bild zeigt eine heimische Meeresfischart der Nordsee, Myoxocephalus scorpius, auf deutsch Seeskorpion oder Drachenkopf. Der Begriff "Aquatische genetische Ressourcen" umfasst eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Arten, die alle im Wasser leben. Der Seeskorpion steht hier stellvertretend für diese Vielfalt der im Wasser lebenden Arten - ob Fische, Muscheln, Krebse, Wasserpflanzen oder Meeressäuger – in Meeren sowie in Teichen, Seen und Flüssen.
Die Meere und Binnengewässer sind wichtige Nahrungsquellen für die Weltbevölkerung. Die Fischbestände der Meere sind weitgehend übernutzt. Der Schutz und die nachhaltige Nutzung dieser Ressourcen setzt ein weltweit abgestimmtes Management der Fangintensitäten, die auch eine zeitlich begrenzte Nichtnutzung bedingen kann, voraus.
Landschaftsprägende Karpfenteiche
Tirschenreuther Teichlandschaft mit Karpfenteichen, Quelle: Otto Fürst
Teichwirtschaft prägt seit dem Mittelalter die Kulturlandschaft mancher Regionen, hier die Tirschenreuther Teichlandschaft mit ihren Karpfenteichen.
In der heimischen traditionellen Teichwirtschaft haben sich zum Beispiel beim Karpfen so genannte Stämme herausgebildet, die in Eignung für die Zucht und Qualität für den Verzehr weit über die der Wildarten hinausgehen. Die Stämme verschiedener Regionen unterscheiden sich und werden teilweise auch als regionale Spezialität vermarktet, wie zum Beispiel der Aischgründer Karpfen.
Diese Stämme der Nutzfischarten werden nur bei einer entsprechenden Nutzung und Pflege von Fischbeständen und Teichen in der Region erhalten.

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