Bodenzustandserhebung Landwirtschaft (BZE-LW)
Das Institut für Agrarrelevante Klimaforschung des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI) in Braunschweig führt im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) die Bodenzustandserhebung Landwirtschaft (BZE LW) durch. Die deutschlandweite Inventur dient der Ermittlung der Bodenkohlenstoffvorräte landwirtschaftlich genutzter Böden.
Mit großen Geräten werden die Bodenproben entnommen., Quelle: Johann Heinrich von Thünen-Institut
Böden haben für den Klimaschutz eine große Bedeutung, speichern sie doch weltweit doppelt so viel Kohlenstoff wie die Atmosphäre. Im Rahmen der UN-Klimarahmenkonvention berichtet Deutschland international über die Vorräte an organischem Kohlenstoff in Böden. Für landwirtschaftlich genutzte Böden gibt es bislang keine aktuelle und einheitliche, deutschlandweite Datengrundlage zu den Bodenkohlenstoffvorräten, die für die Berichterstattung herangezogen werden könnte. Diese Lücke zu schließen ist zentrales Ziel der Bodenzustandserhebung Landwirtschaft. Sie ergänzt die bereits zum zweiten Mal durchgeführte Erhebung im Wald.
Quelle: Johann Heinrich von Thünen-Institut
Mit einer einmaligen Erhebung in einem systematischen Raster von 8x8 km verteilt über ganz Deutschland, werden auf rund 3200 Standorten standardisiert Bodenproben entnommen und Informationen für die Modellierung erhoben. Im Labor werden neben der Kohlenstoffkonzentration des Bodens auch dessen Gesamttrockenrohdichte und der Steingehalt ermittelt, so dass die Menge an organischem Kohlenstoff in den obersten 100 cm des Bodens bestimmt werden kann.
Als Ergänzung zur Beprobung und Analyse des Bodens werden die zufällig ausgewählten Landwirtinnen und Landwirte zur Bewirtschaftung der untersuchten Fläche befragt. Darüber hinaus werden allgemeine Betriebsstrukturdaten erhoben. Erst durch die gemeinsame Auswertung der Analyseergebnisse und der Informationen aus den Fragebögen können flächendeckende Ergebnisse auf nationaler Ebene erzeugt werden.
Die Bodenprobe wird sorgfältig eingepackt., Quelle: Johann Heinrich von Thünen-Institut
Die Ergebnisse der Befragung sind streng vertraulich und werden ausschließlich anonymisiert zum Zweck der Modellierung und Klimaforschung verarbeitet. Es werden keine subventions- oder Cross Compliance-relevanten Informationen erhoben oder erzeugt. Bei der Veröffentlichung der Ergebnisse der Untersuchung in den kommenden Jahren wird streng darauf geachtet, dass Rückschlüsse auf einzelnen landwirtschaftliche Betriebe oder Flurstücke ausgeschlossen sind.
BMELV und vTI setzen darauf, dass die Bodenzustandserhebung Landwirtschaft ebenso kooperativ und erfolgreich auf freiwilliger Basis durchgeführt werden kann, wie die beiden Bodenzustandserhebungen im Wald. Für die Teilnahme an der Untersuchung, die Entnahme der Bodenproben und das Ausfüllen der Fragebögen erhalten die beteiligten Landwirtinnen und Landwirte eine Aufwandsentschädigung. Die Ergebnisse der Geländearbeiten werden den Bewirtschafterinnen und Bewirtschaftern sowie den Eigentümern und Eigentümerinnen der Flächen ebenso zur Verfügung gestellt wie die Ergebnisse der Laboruntersuchungen.
Quelle: Johann Heinrich von Thünen-Institut
Im Januar 2011 wurde mit den Befragungen und den Geländearbeiten begonnen. Die Landwirtinnen und Landwirte stehen dem Projekt sehr offen gegenüber und geben ihr Einverständnis zu den Arbeiten gerne, so dass mittlerweile bereits 5 Prozent aller Standorte der BZE LW untersucht worden sind. In den kommenden Wochen und Monaten werden weitere Regionen folgen. Erste Zwischenergebnisse erwarten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des vTI ab Ende des Jahres 2011.

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