Navigation und Service

Internationale Konferenz "Politik gegen Hunger IX"

Unter dem Titel "Ernährungssicherung und Zugang zu natürlichen Ressourcen" kamen in Berlin vom 21. – 23. November 2011 rund 250 in- und ausländische Fachleute aus Politik, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und der Land- und Ernährungswirtschaft zur 9. Internationalen Konferenz "Politik gegen Hunger" zusammen.

In fünf parallelen Arbeitsgruppen tauschten sie sich darüber aus, wie es gelingen kann, allen Menschen sicheren und gerechten Zugang zu Ressourcen für Nahrungssicherung und Ernährung zu ermöglichen. Zentraler Bezugspunkt der Diskussion waren die "Freiwilligen Leitlinien zur verantwortungsvollen Verwaltung von Boden- und Landnutzungsrechten, Fischgründen und Wäldern" der FAO, die derzeit verhandelt werden.

Sicheren und gerechten Zugang zu Ressourcen ermöglichen

"Der sichere und gerechte Zugang zu Boden, Wasser, Fischgründen, Wäldern und genetischen Ressourcen ist in meinen Augen einer der Schlüssel für eine nachhaltige Ernährungssicherung", betonte Staatssekretär Dr. Robert Kloos in diesem Zusammenhang. Er verwies auf die Bemühungen des BMELV die Verhandlungen zu einem positiven Abschluss zu bringen und warb noch einmal dafür, die Leitlinien so bald wie möglich zu verabschieden: "Wir müssen diesen Prozess auf eine breite Basis stellen. Denn wir alle sind uns einig: die Freiwilligen Leitlinien sind wichtig. Für viele Menschen sind sie sogar überlebenswichtig. Sie sind eine konsequente Fortentwicklung der Freiwilligen Leitlinien zum Recht auf Nahrung."

Von einer solchen breiten Basis war auch die Konferenz selbst getragen. Sie hat sich in den letzten Jahren als ein alle Betroffenen einschließendes Forum etabliert und leistet wichtige Beiträge zu den globalen Debatten zur Beendigung des Hungers und zur Durchsetzung des Rechts auf Nahrung. So gingen von den Konferenzergebnissen wichtige Impulse sowohl für die weiteren Verhandlungen im Rahmen des FAO-Welternährungsausschusses (CFS) als auch für das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) 2012 in Berlin und die Rio +20-Konferenz der Vereinten Nationen zu Nachhaltiger Entwicklung in Brasilien im Juli 2012 aus.

Konferenzempfehlungen

Grundsätzliche Einigkeit herrschte dabei unter den Teilnehmern nicht nur in Bezug auf die Notwendigkeit der Verabschiedung der "Freiwilligen Leitlinien zur verantwortungsvollen Verwaltung von Boden- und Landnutzungsrechten, Fischgründen und Wäldern", es kristallisierten sich auch eine Reihe weiterer allgemeiner Empfehlungen heraus. Dies betraf unter anderem:

  • die Notwendigkeit eines angemessenen und finanziell zuverlässig ausgestatteten institutionellen Rahmens, welcher der entscheidenden Rolle des Zugangs zu natürlichen Ressourcen für die Ernährungssicherung und die Armutsbekämpfung Rechnung trägt.
  • die große Bedeutung partizipativer Ansätze, die es den Betroffenen erlauben, ihre Bedürfnisse selbst vorzubringen und Kleinbauern und kleinen Nahrungsmittelproduzenten besondere Aufmerksamkeit widmen.
  • die Verbesserung des Wissensmanagements und des Informationsaustauschs innerhalb solcher partizipativen Prozesse.

Die Rechte der Frauen stärken

Ein weiteres zentrales Thema der Konferenz war die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen. "Frauen spielen für die Ernährungssicherung eine immens wichtige Rolle", betonte Staatssekretär Kloos. "Wenn Frauen den gleichen Zugang zu Ressourcen in der Landwirtschaft erhalten wie Männer, könnte die landwirtschaftliche Produktion deutlich gesteigert werden. Gerade bei Investitionen in Land und Landwirtschaft sind es häufiger Frauen, die benachteiligt werden. Das muss sich ändern."

Aufruf zum Handeln

Der Vorsitzende der Konferenz und stellvertretende Generalsekretär der FAO, Alexander Müller, rief bei seiner Zusammenfassung der Ergebnisse die Teilnehmer dazu auf, die Botschaften und Empfehlungen der Konferenz aufzugreifen und in relevante politische Prozesse einzuspeisen, wie etwa das GFFA, die Rio +20-Konferenz oder die Initiativen der G20-Staaten zur Hungerbekämpfung.

Zudem habe die Konferenz gezeigt, wie wichtig es sei, Maßnahmen wie die Freiwilligen Leitlinien zum Recht auf Nahrung auch wirksam umzusetzen. Hier seien die Staaten gefordert, Verantwortung zu übernehmen und ihren Verpflichtungen gerecht zu werden.

Diese Seite

Zusatzinformationen

Projekte & Konferenzen

verweist auf: Konferenz-Webseite des Global Forum for Food and Agriculture  (verweist auf: Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) 2012 (Öffnet neues Fenster))

Global Forum for Food and Agriculture: Berliner Agrarministergipfel

verweist auf: Konferenz-Webseite Politik gegen Hunger (verweist auf: Politik gegen Hunger IX (Öffnet neues Fenster))

Konferenz Politik gegen Hunger

Charta für Landwirtschaft und Verbraucher (verweist auf: Informationen zur Charta)

Unternavigation aller Website-Bereiche