Ernährungssicherung durch nachhaltiges Wachstum – Landwirtschaftliche Nutzung knapper Ressourcen
Zum Abschluss des 4. Berliner Agrarministergipfels, der am 21. Januar 2012 im Rahmen des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) in Berlin stattfand, haben sich Landwirtschaftsminister aus 65 Staaten der Welt auf neue Strategien und eine engere Zusammenarbeit im Kampf gegen den Hunger verständigt.
Die teilnehmenden Länder, darunter neben zahlreichen europäischen Staaten auch China, Brasilien, Japan, Indonesien und 15 afrikanische Länder, bekannten sich im Abschlusskommuniqué zu einem verstärkten Schutz knapper Ressourcen und einer Landwirtschaft, die sich konsequent an den Prinzipien der Nachhaltigkeit ausrichtet.
Impulse für Rio+20
Bundesagrarministerin Ilse Aigner im Kreise ihrer Kolleginnen und Kollegen aus 65 Staaten der Welt, Quelle: noltepicture - BMELV
Das Kommuniqué mit dem Titel "Ernährungssicherung durch nachhaltiges Wachstum – Landwirtschaftliche Nutzung knapper Ressourcen" überreichte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner zum Abschluss des Gipfels an ihren brasilianischen Amtskollegen Jorge Alberto Mendes Ribeiro.
Die Ergebnisse des Berliner Agrarministergipfels sollen in laufende internationale Verhandlungen eingespeist werden und insbesondere auf der UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung im Juni 2012 in Rio de Janeiro ("Rio+20") diskutiert werden.
Die Nahrungsmittelproduktion steigern und Agrarflächen erhalten
Zentrale Fragestellung des Gipfels war es, wie sich Agrarflächen erhalten und mehr Nahrungsmittel produzieren lassen und gleichzeitig Nahrungsmittelverluste verringert werden können. Während die Nahrungsmittelproduktion zunehmen muss, sind die nutzbaren Flächen nicht beliebig vermehrbar. Der Bedarf an Industrie- und Siedlungsflächen steht dem ebenso entgegen wie die Degradation landwirtschaftlicher Flächen, z.B. durch Nährstoffverluste, Erosion, Klimawandel oder die Anreicherung von toxischen Stoffen. Auch die verfügbaren Mengen an Süßwasser sind begrenzt.
Auswege bestehen in der optimierten Nutzung der vorhandenen Flächen, in dem Erhalt und der Pflege natürlicher Bodenfunktionen, im Einsatz standortangepasster Pflanzensorten und wassersparender Technologien sowie bodenschonender Agrartechnik. Die nachhaltige Produktion von Nahrungsmitteln ist Kernaufgabe der Landwirtschaft und bedarf leistungsfähiger Produktionsmethoden.
Sicherer Zugang zu Land und Wasser
Videobotschaft von Bundesministerin Ilse Aigner zum Global Forum for Food and Agriculture 2012
"Ohne eine nachhaltige und produktive Land- und Ernährungswirtschaft wird der Kampf gegen den Hunger nicht zu gewinnen sein", betonte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner. Vorrangig sei, dass insbesondere den Kleinbauern Investitionen ermöglicht werden und sie in allen Staaten sicheren Zugang zu Land und Wasser erhalten.
"Die Landwirte brauchen überall auf der Welt Rechtssicherheit und Verlässlichkeit. Entscheidend ist auch, dass wir internationale Leitlinien implementieren, die den verantwortungsvollen Umgang mit den Böden regeln", sagte Aigner. Dabei gelte es, besonderes Augenmerk auf die Förderung und den Schutz der Rechte von Frauen zu legen.
Nahrungsmittelverluste verringern
Ein Mehr bei der Produktion von Nahrungsmitteln muss mit einem Weniger an Nahrungsmittelverlusten einhergehen. Die Bundesministerin betonte, dass alle Staaten der Welt die Verluste und die Verschwendung von Nahrungsmitteln drastisch verringern müssten – die Entwicklungs- und Schwellenländer ebenso wie die Industriestaaten. "Millionen Menschen leiden Hunger, weil in ärmeren Ländern ein großer Teil der Ernte auf dem Weg vom Feld zu den Menschen verloren geht – wegen falscher Lagerung oder fehlender Infrastruktur. Gleichzeitig verschwenden die Industriestaaten wertvolle Ressourcen, weil Millionen Tonnen von Nahrungsmittel auf den Müll wandern", so Aigner.


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