Hunger und Unterernährung gemeinsam bekämpfen – der Bilaterale Treuhandfonds mit der FAO
Seit dem Jahr 2002 unterstützt das BMELV durch einen Bilateralen Treuhandfonds (BTF) Projekte der Internationalen Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zur Überwindung von Hunger und Unterernährung.
Quelle: © Jörg Volkmann - Fotolia.com
Neben den jährlichen Beitragszahlungen an die FAO stellt dieser Treuhandfonds ein freiwilliges Engagement und einen Beitrag der Bundesrepublik Deutschland zur Umsetzung der Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs) der Vereinten Nationen dar.
Mit einem jährlichen Budget von 8,3 Millionen Euro wurden über den Bilateralen Treuhandfonds seit 2002 über 92 Millionen Euro für insgesamt 70 Projekte, vor allem in Afghanistan und Afrika (Sierra Leone, Kenia, Tansania, Mosambik und im Kongobecken), zur Verfügung gestellt.
Förderung der Ernährungssicherung und der Landwirtschaft in ländlichen Räumen
Um die Mittel konzentriert und wirkungsvoll einzusetzen, ist der Fonds thematisch und regional ausgerichtet. Hauptschwerpunkt des Fonds ist die Förderung der Ernährungssicherung und der Landwirtschaft in ländlichen Räumen. Ziel der Projekte ist es, das Thema "Ernährungssicherung" auf strategischer Ebene sowohl in der FAO als auch in den Partnerländern voranzubringen.
Die Projekte werden gemeinsam mit der FAO geplant und nach den entwicklungspolitischen Leitlinien der Bundesregierung gestaltet. Grundlage bildet das Förderkonzept der Bundesregierung.
Die Planung und Durchführung in einem Partnerland erfolgt in einem gemeinsamen Prozess mit der jeweiligen Regierung und den Zielgruppen. Die Vorhaben werden unter Berücksichtigung von sozialen, ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeitszielen entwickelt.
Thematische Schwerpunkte der geförderten Projekte sind zurzeit:
- Freiwillige Leitlinien der FAO zum Recht auf Nahrung
- Strategien zur nachhaltigen Ernährungssicherung und ländlichen Entwicklung
- Neue Herausforderungen: Bioenergie und Ernährungssicherung
- Bekämpfung von Unter- und Mangelernährung
Ziel ist es, mit konkreten Projekten in Entwicklungsländern gute Beispiele für stabile Nahrungsmittelversorgung zu verwirklichen und dabei kleinbäuerliche Strukturen zu fördern und die Produktivität der Landwirtschaft zu steigern.
Ausgewählte Beispielprojekte:
- Förderung der Ernährungssicherheit und Lebensgrundlage von Haushalten in Afghanistan: Dieses Projekt soll die Lebensgrundlage afghanischer Haushalte verbessern und damit einen Beitrag zur Ernährungssicherung in dem Land leisten. Dafür werden die afghanische Regierung, Institutionen und Nichtregierungsorganisationen in die Lage versetzt, gemeindebasierte Programme der Ernährungssicherung und der Entwicklung der Lebensgrundlagen erfolgreich durchzuführen. Dies geschieht durch direkte und indirekte Unterstützung, u. a. bei der Entwicklung von Konzepten und Lehrmaterialien, Bildungsmaßnahmen sowie durch ausgewählte Pilotprojekte, z. B. zur Verarbeitung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen oder zur Anlage von Schulgärten. Ein nschlussprojekt fördert den Aufbau eines landwirtschaftlichen Beratungsdienstes für Frauen mit Programmen z. B. zur Verarbeitung und Vermarktung von Nahrungsmitteln und Erschließung anderer Einkommensmöglichkeiten.
- Bioenergie und Ernährungssicherung: Welche Auswirkungen hat ein Anbau von Bioenergiepflanzen auf die Ernährungssicherung in Entwicklungsländern? Ist es immer eine Entscheidung zwischen "Tank oder Teller"? Welche Strategien kann ein Land verfolgen, um die Ernährung zu sichern und dennoch das Potential der Bioenergie zu seinem Vorteil zu nutzen? Das Projekt entwickelte einen Analyserahmen, der länderspezifische Antworten zu diesen Fragen gibt und den Regierungen Orientierung bietet, wie Bioenergieproduktion sozial- und umweltverträglich gestaltet werden kann.
- Conservation Agriculture als Ansatz für eine nachhaltige Landwirtschaft und ländliche Entwicklung: Zunehmende Verarmung der Böden bei weniger Niederschlägen ist die große Herausforderung für die Nahrungsmittelproduktion in Afrika. Eine erfolgversprechende Methode ist die in Brasilien entwickelte "Conservation Agriculture". Diese ist arbeitsextensiv und bodenschonend und erlaubt darüber hinaus höhere wirtschaftliche Erträge. "Conservation Agriculture" beruht auf den Prinzipien der minimalen Störung des Bodengefüges, einer permanenten Pflanzendecke und auf den jeweiligen Boden angepasste Pflanzenfolgen bzw. Mischkulturen. Das Projekt konnte die Methode an afrikanische Bedingungen anpassen und Erfolge in den Pilotländern Kenia und Tansania zeigen, dass diese Anbauweise auch in Afrika praktisch und erfolgreich umgesetzt werden kann.

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