Erste gemeinsame deutsch-chinesische Regierungskonsultationen
Deutschland und China haben in ihrer Zusammenarbeit ein neues Kapitel aufgeschlagen. Erstmals haben sich die Regierungen beider Staaten zu einer gemeinsamen Sitzung getroffen und dabei konkrete Maßnahmen zur Lösung der Herausforderungen in der Ernährungs- und Agrarpolitik vereinbart.
Die chinesische Regierung misst der Landwirtschaft und der Produktsicherheit eine hohe Bedeutung bei. Der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Gerd Müller im Gespräch mit den Ministern Han und Zhi (v.l.n.r.), Quelle: René Peitz, BMELV
Landwirtschaft
Das Wachstum der Weltbevölkerung und der immer größer werdende Bedarf an Nahrungsmitteln, Agrarrohstoffen und erneuerbarer Energie erfordern eine nachhaltige Ausweitung der landwirtschaftlichen Erzeugung. Die negativen Auswirkungen des Klimawandels verschärfen die Situation zusätzlich.
Mit dem Ziel effizientere, rentablere und nachhaltigere Bewirtschaftungsmethoden zu fördern, unterstützt das BMELV seit 2008 den "Demonstrationsbetrieb Staatsgut Ganhe". Diese deutsch-chinesische Musterfarm zeigt auf, wie die Potenziale der Pflanzenproduktion mit modernen Produktions- und Managementmethoden erschlossen werden können und sich gleichzeitig Bodenfruchtbarkeit erhalten und Erosion verhindern lassen.
Vor diesem Hintergrund haben beide Länder bei den ersten deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen am 27. und 28. Juni 2011 in Berlin eine Intensivierung ihrer bilateralen Zusammenarbeit in der Ernährungs- und Agrarpolitik beschlossen. Die Zusammenarbeit soll unter anderem im Bereich der erneuerbaren Energien, insbesondere bei der Biomasse, und der beruflichen Bildung ausgeweitet werden. Am Rande der Sitzung des bilateralen Ausschusses für Ernährungs- und Agrarpolitik am 4. November 2011 in Peking wurde zudem ein deutsch-chinesisches Zentrum für Technologie und Innovation in der Tierzucht eingerichtet.
Herzstück für eine nachhaltige Entwicklung der Landwirtschaft bleibt die Zusammenarbeit in Technologie und Wissenschaft, die 2012 bereits seit 30 Jahren erfolgreich besteht. Mit den bilateralen Gesprächen am Rande des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) im Januar 2012 in Berlin wurde begonnen, die Maßnahmen umzusetzen.
Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz
Der wachsende Bedarf an Nahrungsmitteln führt auch zu einer weiteren Zunahme des Welthandels. Dabei gilt es, die Sicherheit von Lebensmitteln und Produkten und damit den Schutz der Verbraucher zu gewährleisten. Daher haben die Regierungsvertreter den intensiven Meinungsaustausch zu Fragen der Lebensmittel- und Produktsicherheit auf der gemeinsamen Sitzung in Berlin fortgeführt und unter anderem vereinbart, beim Handel mit bestimmten Agrarerzeugnissen elektronische Zertifikate zu nutzen.

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