Bundesministerin Ilse Aigner bei der Eröffnung der Konferenz "Zu gut für die Tonne", Quelle: BMELV
BMELV-Infokampagne "Zu gut für die Tonne - Strategien gegen die Lebensmittelverschwendung"
Lebensmittelabfälle reduzieren - von der Erzeugung bis zum Verbrauch
In Deutschland landen laut einer vom BMELV geförderten Studie der Universität Stuttgart jährlich knapp 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Vieles davon wäre noch genießbar gewesen.
Vermeidbare Lebensmittelabfälle sind ein Problem, das alle angeht. Das BMELV ruft deshalb zu einem bundesweiten Bündnis gegen Lebensmittelverschwendung auf - getragen von Wirtschaft und Wissenschaft, Verbrauchern und Verbänden.
Bundesministerin Ilse Aigner über die Initiative "Zu gut für die Tonne":
Quelle: BMELV / Schlaf
"Wir haben in der EU und in Deutschland das gemeinsame Ziel, bis 2020 die Menge der vermeidbaren Lebensmittelabfälle um die Hälfte zu reduzieren. Dieses ambitionierte Ziel können wir nur gemeinsam erreichen – in einem Bündnis aus Politik und Wirtschaft.
Bei diesem Thema ist jeder gefragt und jeder ist gefordert – ob zu Hause oder unterwegs, als Chef oder Angestellter. Jeder Einzelne kann und muss etwas tun, damit weniger Lebensmittel auf dem Müll landen. Wir können uns dieses Ausmaß an Verschwendung nicht länger leisten."
"Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen und Ressourcen zu schonen: Deshalb ist es richtig, sich auf die gesamte Kette von der Landwirtschaft über die Industrie und den Handel bis hin zum Verbraucher oder Großverbraucher zu konzentrieren", sagte Bundesministerin Ilse Aigner anlässlich der Konferenz am 27. März 2012 in Berlin zum Auftakt der BMELV-Initiative "Zu gut für die Tonne".
Das BMELV möchte mit seiner Informationskampagne gegen die Verschwendung von Lebensmitteln vor allem eines erreichen: Das Bewusstsein für die Wertschätzung von Lebensmitteln schärfen. Denn was man achtet, wird nicht achtlos weggeworfen.
Auf Einladung des Bundesverbraucherministeriums berieten im Berliner Umweltforum rund 200 Experten aus Wissenschaft, Industrie, Handel und Verbraucherverbänden über Möglichkeiten des wertschätzenden Umgangs mit Lebensmitteln. Beteiligt sind an dem breiten Bündnis gegen die Verschwendung auch Hilfsorganisationen und die Kirchen.
Zudem wurden auf der Fachkonferenz die Ergebnisse der vom BMELV geförderten Studie der Universität Stuttgart zur Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln in Deutschland vorgestellt.
Konkretes Handeln ist gefragt
Spitzenkoch Christian Rach und Bundesministerin Ilse Aigner stellen die neue App des BMELV mit Rezepten für Lebensmittel-Reste vor (für weitere Informationen bitte in das Bild klicken), Quelle: BMELV/ Jürgen Gebhardt
Die Konferenz des BMELV brachte erstmals alle Interessengruppen an einen Tisch. Bundesministerin Aigner fordert nun konkretes Handeln. So sollen Lebensmittelhersteller, Handel und Großverbraucher Abfälle nachhaltig vermeiden und sie sinnvoll verwerten. Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum in Kürze abläuft, könnten generell vom Handel preisreduziert angeboten werden. Um die Zusammenarbeit der Wirtschaft mit den Tafeln und ähnlichen Projekten zu fördern, arbeitet das Verbraucherministerium derzeit an einem Leitfaden für die Abgabe von Lebensmitteln an soziale Einrichtungen.In ihrer Eröffnungsrede zur BMELV-Konferenz "Zu gut für die Tonne" sprach sich Bundesministerin Aigner zudem für kleinere Packungs- und Portionsgrößen aus.
Lebensmittel wertschätzen - von Anfang an
Als wichtigen Faktor nannte die Ministerin auch Schulen und Kindertagesstätten, wo verstärkt für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln geworben werden müsse. Das Bundesverbraucherministerium unterstützt zahlreiche Projekte, um Kindern den praktischen Umgang mit natürlichen Lebensmitteln näherzubringen, etwa durch den "Ernährungsführerschein" des aid Infodienstes, den bereits eine halbe Million Kinder in Deutschland erworben haben.
Verbrauchertipps auf www.zugutfuerdietonne.de
Weil ein großer Teil der vermeidbaren Lebensmittelabfälle in den Privathaushalten anfällt, hat das Verbraucherministerium eine spezielle Internetseite mit Tipps und Hinweisen für Verbraucher erstellt. Unter www.zugutfuerdietonne.de finden Bürgerinnen und Bürger Wissenswertes zum Vermeiden von Lebensmittelabfällen, Rezepte zur Resteverwertung, Tipps zur richtigen Lagerung von Lebensmitteln und vieles mehr.
- Stand:
- 13.12.12
Quelle: BMELV

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