Pflanzenschutzrückstände in Lebensmitteln nehmen weiter ab
Bundesamt für Verbraucherschutz bestätigt den positiven Trend.
Quelle: P. Meyer - aid infodienst
Nur noch bei einem Prozent aller untersuchten Erzeugnisse deutscher Herkunft wiesen die zuständigen Behörden 2010 erhöhte Gehalte an Pflanzenschutzmittelrückständen nach. Im Jahr 2008 hatten die Untersuchungsämter noch 1,9 Prozent der Proben beanstandet, im Jahr 2009 war dies bei 1,6 Prozent der Fall. Diese Zahlen veröffentlichte das Bundesamt für Verbraucherschutz im April 2012 in seinem Nationalen Bericht zu Pflanzenschutzrückständen in Lebensmitteln.
Bei Produkten aus den übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union blieb die Überschreitungsrate mit 1,5 Prozent auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres. 2008 betrug sie noch 3,0 Prozent. Auch bei Erzeugnissen aus Drittländern ist die Entwicklung positiv. So reduzierte sich die prozentuale Anzahl von Proben, die Höchstgehalte an Pflanzenschutzmittelrückständen überschritten, von 9,1 Prozent im Jahr 2008 über 8,6 Prozent im Jahr 2009 auf 8,0 Prozent 2010. Insgesamt lagen damit im Berichtsjahr 2,7 Prozent aller Proben über dem zulässigen Rückstandshöchstgehalt.
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick
Im Jahr 2010 wurden insgesamt über 17.500 Proben von Lebensmitteln pflanzlichen und tierischen Ursprungs untersucht und dabei mehr als 5,1 Millionen einzelne Analyseergebnisse zu 845 Wirkstoffen ermittelt. Diese Daten verteilen sich für das Berichtsjahr auf insgesamt 164 verschiedene Lebensmittel. Während bei Biolebensmitteln weiterhin in den meisten Proben überhaupt keine Rückstände quantitativ nachgewiesen werden konnten, war die Spannweite bei konventionell erzeugten pflanzlichen Produkten groß.
Nur wenig beanstandet wurden Kartoffeln, Birnen und Karotten. Zu den häufig beanstandeten Produkten zählten frische Kräuter, Paprika und Bohnen mit Hülsen. Positiv fiel 2010 wieder Säuglings- und Kleinkindernahrung auf. Hier konnten in mehr als 80 Prozent der untersuchten Proben keine Rückstände in quantitativen Mengen gefunden werden und nur eine Probe war zu beanstanden. Auch die Belastung von Lebensmitteln tierischen Ursprungs über das Futter war gering.
Informationen zu Pflanzenschutzmittelrückständen aktuell im Internet
Die von den Ländern erhobenen Daten zu Pflanzenschutzmittelrückständen in Lebensmitteln werden an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) übermittelt, dort ausgewertet und jährlich im Rahmen der "Nationalen Kontrollkonzept Pflanzenschutzmittelrückstände in oder auf Lebensmitteln" veröffentlicht. Ergänzend hierzu erfolgen vierteljährliche Veröffentlichungen in Form so genannter Quartalsauswertungen.
Informationen über aktuelle Ergebnisse der Lebensmittelüberwachung einzelner Bundesländer sind auf den entsprechenden Internetseiten des jeweiligen Landes abrufbar.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) erstellt basierend auf den Daten zu Pflanzenschutzmittelrückständen aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union Jahresberichte und veröffentlicht diese im Internet.

Delicious
Mister Wong
digg
twitter
studiVZ, meinVZ, schülerVZ