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Betrug bei Bioprodukten in Italien: Bundesministerin Aigner dringt auf rasche Aufklärung

Italienische Behörden haben im Rahmen von Kontrollen Betrugsfälle bei Bioprodukten aufgedeckt. Eine Gesundheitsgefahr bestand für die Verbraucher nach Behördenangaben nicht, jedoch dürfen die betroffenen Produkte nicht als Bioware verkauft werden.

Das BMELV und die zuständigen Behörden nehmen diesen Fall von Etikettenschwindel bei Bio-Produkten sehr ernst, Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner dringt auf eine rasche Aufklärung des Falls durch die zuständigen Behörden in Italien: "Wenn sich die ersten Angaben aus Italien bewahrheiten, handelt es sich wohl um Betrug im großen Stil. Dieser Fall muss vollständig und schnell durch die zuständigen italienischen Behörden aufgeklärt werden. Schließlich steht das Vertrauen in Bio-Produkte auf dem Spiel – das höchste Gut einer Branche, die in Europa Tag für Tag gesunde biologische Produkte von hoher Qualität produziert", sagte die Ministerin und unterstreicht: "Die Verbraucherinnen und Verbraucher müssen sich darauf verlassen können, dass drin ist, was drauf steht – auch bei Bio-Waren."

Nach Branchenangaben erzielte der Bioumsatz in Europa im Jahr 2010 einen Wert von 18,4 Milliarden Euro. Größter Markt ist Deutschland mit einem jährlichen Umsatz von fast sechs Milliarden, gefolgt von Frankreich und dem Vereinigten Königreich.

Erste Informationen über Empfängerunternehmen in Deutschland

In Deutschland hatte sofort nach Bekanntwerden des Betrugsfalls die zuständige Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Bonn Kontakt zum italienischen Landwirtschaftsministerium aufgenommen. Ferner hat die BLE unmittelbar die zuständigen Behörden der Bundesländer über den Vorfall informiert. Mittlerweile hat die BLE aufgrund polizeilicher Auskünfte erste Informationen über gefälschte Bio-Zertifikate und Empfängerunternehmen in Deutschland erhalten und diese unmittelbar an die zuständigen Länderbehörden weitergegeben.

Allerdings liegen bisher noch keine abschließenden Daten aus dem italienschen Landwirtschaftsministerium zur Gesamtmenge der nach Deutschland gelieferten Waren vor. Nach übereinstimmenden Informationen italienischer und deutscher Sicherheitsbehörden ist nach gegenwärtigem Kenntnisstand von einer mittleren dreistelligen Tonnage auszugehen. Bei den nach Deutschland verkauften Waren soll es sich insbesondere um Futtermittel wie Soja und Raps gehandelt haben.

Weitere Informationen

Kontrolle im Ökologischen Landbau
Das staatliche Bio-Siegel
Zentrales Internetportal zum Ökologischen Landbau

Stand:
13.12.11

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