Zusammenhänge zwischen Körpergewicht und anderen Faktoren
- Je höher der Schulabschluss desto geringer ist der BMI bei Männern und Frauen. Oder andersherum: Es finden sich unter den Personen mit Hauptschulabschluss fast doppelt so viele Übergewichtige wie bei Personen mit einer Fachhochschul- oder Hochschulreife.
- Mit steigendem Pro-Kopf-Nettoeinkommen zeigt sich bei Männern und Frauen ein Absinken des BMI.
- Der niedrigste Anteil adipöser Frauen und Männer findet sich bei einem hohen Pro-Kopf-Nettoeinkommen (16 Prozent und 14 Prozent).
- Bei der Auswertung nach der sozialen Schicht zeigt sich bei Frauen und Männern, dass Adipositas vor allem ein Problem bei Personen der unteren Schichten ist.
- Besonders deutlich ist dieser Zusammenhang bei den Frauen. In der unteren Schicht sind 35 Prozent der Frauen adipös. Mit steigender sozialer Schicht* nimmt der Anteil adipöser Frauen kontinuierlich ab und beträgt in der Oberschicht nur noch 10 Prozent.
- Familienstand: Ledige Männer und Frauen sind zu einem größeren Anteil normalgewichtig als verheiratete, geschiedene oder verwitwete Personen. Ob Männer alleine oder mit einer Partnerin leben, auch das hat einen Einfluss auf ihr Gewicht. Mit Partnerin neigen sie viel häufiger (73 Prozent) zu Übergewicht, als wenn sie alleine leben (51 Prozent). Bei Frauen gibt es keine Unterschiede, ob sie mit oder ohne Partner leben - bis sie verheiratet sind, denn verheiratete Frauen haben ein deutlich höheres Übergewicht (54 Prozent) als ledige Frauen (33 Prozent). Auch verheiratete Männer sind übergewichtiger als ledige Männer.
- Regionale Aspekte: In den beiden norddeutschen Hansestädten Hamburg und Bremen leben die wenigsten Übergewichtigen. Dies zeigt die regionale Auswertung der NVS II. Bei den Männern sind die Unterschiede insgesamt nicht so ausgeprägt wie bei den Frauen. Während Hamburg mit 57 Prozent an übergewichtigen Männern auf Platz eins rangiert, erhält das benachbarte Schleswig-Holstein die rote Laterne mit den meisten übergewichtigen Männern mit 70 Prozent. Auch bei den Frauen liegt Hamburg mit einem Anteil von 41 Prozent übergewichtiger Frauen vorn. Schlusslicht ist hier das Saarland mit 60 Prozent übergewichtigen Frauen.
*vereinfachte Erklärung des Schichtindex: Die Berechnung des Schichtindex basiert auf der Überlegung, dass das soziale Niveau des Befragten von der Finanzkraft des Haushalts (Haushaltsnettoeinkommen), dem Bildungsniveau (Schul-/Berufsausbildung des Befragten) und der beruflichen Stellung des Hauptverdieners im Haushalt beeinflusst wird. Aus diesen drei Angaben wurde die Schichtzugehörigkeit anhand eines Punktesystems ermittelt.

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