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Eröffnung des Berufswettbewerbs 2011 für junge Gärtnerinnen und Gärtner

Datum:
01.01.11
Ort:
Neustadt an der Weinstraße
Redner:
Parlamentarische Staatssekretärin Julia Klöckner

Rede im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des Berufswettbewerbs 2011 für junge Gärtnerinnen und Gärtner

Es gilt das gesprochene Wort!

Anrede!

Einleitung

Herzlichen Dank für die freundliche Begrüßung.

Gerne bin ich heute nach Neustadt gekommen, um gemeinsam mit Ihnen den 27. Berufswettbewerb für junge Gärtnerinnen und Gärtner zu eröffnen.

Frau Bundesministerin Aigner, die Schirmherrin des Wettbewerbs, hat mich gebeten, allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Glück und Erfolg zu wünschen. In diese Wünsche sind die Organisatoren des Wettbewerbs ausdrücklich mit einbezogen.

Mit der heutigen Eröffnung wird der Startschuss für einen Höhepunkt in der Arbeit der Gärtnerjugend gegeben, der auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Sinn und Zweck des Wettbewerbs war und ist es seit jeher, Auszubildende zu motivieren, ihr Wissen und Können mit anderen zu messen. Gleichzeitig ging es auch immer darum, Öffentlichkeitsarbeit für den schönen Beruf des Gärtners/der Gärtnerin zu leisten. Und nicht zuletzt ging es auch immer darum, Kontakte unter den Nachwuchskräften zu ermöglichen.

Ziel des Berufswettbewerbs

Berufswettbewerbe sind seit vielen Jahren ein wesentliches Element der beruflichen Aus- und Fortbildung. Das unmittelbare Ziel besteht darin, jungen Nachwuchskräften des Gartenbaus die Möglichkeit zu geben, fern von jedem Prüfungsdruck und Konkurrenzdenken gemeinsam mit Gleichgesinnten die eigenen fachlichen Fähigkeiten, Kreativität und Findigkeit zu messen. 

Spaß in der Gruppe zu haben, neue Anregungen zu bekommen und im Team Aufgaben zu lösen, auch das steht  im Mittelpunkt des Berufswettbewerbs. Sie, liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, haben die Möglichkeit, sich in lockerer Atmosphäre neues berufliches Wissen zu erarbeiten und vorhandenes Wissen zu vertiefen.

Die besondere Spezialität des Berufswettbewerbs der Gärtnerjugend, diesen Wettbewerb als Teamwettbewerb zu organisieren, ist auf die Gegebenheiten der aktuellen beruflichen Praxis abgestimmt. Vor dem Hintergrund gestiegener Anforderungen an das Wissen und Können der Gärtnerinnen und Gärtner kommt heute der Bereitschaft zur Arbeit in einem Team eine wesentliche und weiter zunehmende Bedeutung zu. Oftmals ist es nur durch sinnvolle Kombination der Fähigkeiten mehrerer Fachkräfte möglich, gärtnerische Unternehmen erfolgreich weiterzuentwickeln und ihre Zukunft zu sichern.

Ich hoffe, es ist Ihnen gelungen, durch eine sinnvolle Kombination und Ergänzung individueller Begabungen leistungsstarke Teams für den Wettbewerb zusammenzustellen.

Ich möchte mich nun ganz bewusst an die Hauptpersonen unserer heutigen Veranstaltung wenden, an die hier versammelten Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Viele denken sicher noch ein wenig skeptisch oder auch nervös und aufgeregt über die nun vor ihnen liegenden Aufgaben nach. Ich möchte Ihnen allen für die Bereitschaft danken, sich an diesem Wettbewerb zu beteiligen.

Mit Ihrer Teilnahme beweisen Sie ein besonderes Interesse an Ihrer beruflichen Qualifikation. Die Erfahrung zeigt, dass sich erfolgreiche Gärtner durch Neugier, Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem und durch die Bereitschaft zur ständigen Weiterbildung auszeichnen.

Nutzen Sie, liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, den Berufswettbewerb ebenfalls als eine Möglichkeit, um Anregungen für Ihre berufliche, aber auch für Ihre persönliche Entwicklung zu erhalten sowie Kontakte zu Berufskollegen zu knüpfen oder zu vertiefen.

Motto des Berufswettbewerbs

"Grüne Berufe sind voller Leben – Wir lassen’s wachsen!" - dieses Motto hat die Arbeitsgemeinschaft deutscher Junggärtner gemeinsam mit der Landjugend für die diesjährigen Berufswettbewerbe ausgewählt.

Mit diesem Motto wird der Anspruch unterstrichen, dass die grünen Berufe, und dabei besonders die Sparte Gartenbau, die wesentlichen Schwerpunkte ihrer Arbeit im Erhalt, der Schaffung oder der Wiederherstellung unseres Lebensraumes sehen. Der durch die Agrarberufe praktizierte sorgsame und verantwortungsvolle Umgang mit unserer Natur ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass auch künftige Generationen in einer intakten Umwelt leben können.

Und dies ist für Sie alle keine Theorie, sondern tägliche Realität des Berufslebens.

Gerade in unserem dicht besiedelten Industrieland, in dem der Alltag zunehmend von Hektik und Lärm geprägt ist, sind grüne Ruhe- und Erholungszonen wichtiger denn je. Sie als Gärtnerinnen und Gärtner tragen mit Ihrer Tätigkeit wesentlich zur Attraktivität dieser Entspannungszonen bei.

Ihr Wille zur Gestaltung von Lebensräumen deckt sich mit den Anforderungen an die berufliche Bildung, die gärtnerisches Fachwissen vermitteln aber gleichzeitig auch bewusst machen soll, dass Erzeugung und Landschaftsgestaltung unter Berücksichtigung ökologischer Belange erfolgen müssen.

Aktuelle Situation und die Zukunft des Gartenbaus in Deutschland

Der Gartenbau mit seinen verschiedenen Produktionsrichtungen und Dienstleistungsangeboten ist äußerst vielseitig und für mich immer wieder sehr interessant. Die Bedeutung des Gartenbaus wird oft unterschätzt, sowohl seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit als auch seine Leistung für unser Umfeld. Tatsache ist aber, dass die wirtschaftliche Bedeutung des Gartenbaus sehr hoch ist.

Für die Garten- und Obstbauprodukte konnte 2009 ein Produktionswert in Höhe von rd. 5,3 Milliarden Euro ausgewiesen werden, etwa 12 Prozent des Produktionswertes der Landwirtschaft; dazu kommt noch der Produktionswert der gartenbaulichen Dienstleistungen. Er betrug rund 5,7 Milliarden Euro, also insgesamt 11 Milliarden Euro.

Oder anders und zur Verdeutlichung gesagt: Fast jeder achte Euro, der in der Landwirtschaft wertmäßig produziert wird, stammt aus dem Gartenbau. Und dies von einer Fläche, die nicht ganz 220.000 Hektar und damit rund 1,8 Prozent des Ackerlandes beträgt. Die meiste Fläche beansprucht der Gemüsebau. Es folgen Obstbau, Baumschulen sowie Blumen und Zierpflanzen. Die Gärtner bringen also eine immense Wertschöpfung pro Flächeneinheit hervor.

Zum Bereich Gartenbau zählen aber nicht nur die produzierenden Gärtner. Von meinem Hause wird aktuell eine Analyse der Wertschöpfung des Gartenbaus mit allen dazugehörigen vor- und nachgelagerten Bereichen gefördert. Die Studie soll weit über die Offizialstatistik des Gartenbaus hinausgehen und so die Wertschöpfung vollständig erfassen.

Der Gartenbau gibt auch vielen Menschen Arbeit. Im Vergleich zur Landwirtschaft sind Gartenbaubetriebe sehr arbeitsintensiv. Folglich sind dort auch rund 340.000 Arbeitskräfte tätig, was einem Viertel aller Beschäftigten in der Landwirtschaft entspricht. Zählt man die Arbeitskräfte aus dem Bereich der gartenbaulichen Dienstleistungen hinzu, sind fast 500.000 Personen im Gartenbau beschäftigt.

Produkte des Gartenbaus finden sich überall in unserem Lebensbereich. Notwendigerweise in der Küche, dort natürlich auch sehr gern gesehen, im Wohnzimmer, auf der Terrasse oder auf dem Balkon, im Garten, an der Straße, auf Spielplätzen, in Parks oder sogar auf dem Hausdach. Grün ist neben der Luft das Wichtigste in unserem Lebens- und Wohnumfeld.

Forschung für den Gartenbau spielt auch im BMELV eine bedeutende Rolle.

  • Mit der 2008 eingeleiteten Neuordnung unserer Ressortforschung haben wir unsere wissenschaftliche Politikberatung auf "Vordermann" gebracht, damit wir uns bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen des Agrarbereichs auf exzellenten Sachverstand stützen können.
    Erhalten geblieben ist auch der Sachverstand für den Gartenbau insbesondere im Pflanzenschutz, in der Obstzüchtung und in der Qualitätsforschung an Gemüse. Im Forschungsbereich Ökonomie wurde der Gartenbau erstmals fest etabliert.
  •  Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat ein eigenes Programm zur Innovationsförderung aufgelegt. Zusammen mit der Wirtschaft soll die Entwicklung innovativer, international wettbewerbsfähiger Produkte, Verfahren und Leistungen auf Grundlage neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse unterstützt werden. Das bisher aus dem Innovationsprogramm bewilligte Fördervolumen beträgt allein für den Gartenbau rund 8,9 Mio. €. Das entspricht etwa 12 % der bisher bewilligten Fördermittel aus allen Bekanntmachungen.
  • Der Gartenbau partizipiert auch erheblich an den Fördermitteln des Bundesprogramms Ökologischer Landbau, kurz BÖL genannt. Zu nennen sind so wichtige Themen wie Forschung am Feuerbranderreger und seine Bekämpfung oder auch neue, umweltverträgliche Verfahren zur Fruchtgrößenregulierung bei Obstbäumen.
  •  Schließlich verweise ich noch auf das Programm zur Förderung von Modellvorhaben im Bereich biologische Vielfalt. Auch hier hat der Gartenbau einen akzeptablen Anteil. Besonders schön finde ich, dass damit endlich Genbanknetzwerke für Obst und Zierpflanzen geschaffen werden konnten.

Forschung ist erst der Beginn für neue Erkenntnisse. Sie müssen auch in der Praxis ankommen. Dafür hat der ZVG mit finanzieller Unterstützung des BMELV die InternetplattForschung ist erst der Beginn für neue Erkenntnisse. Sie müssen auch in der Praxis ankommen. Dafür hat der ZVG mit finanzieller Unterstützung des BMELV die Internetplattform "hortigate" eingerichtet, auf der aktuelle Forschungs- und Versuchsergebnisse präsentiert werden. Darüber hinaus wurde vor kurzem der Aufbau von "hortipendium" im Internet begonnen. Dort werden u. a. namentlich gekennzeichnete Artikel insbesondere für Auszubildende des Gartenbaus eingestellt, um auch das "E-learning" zu unterstützen.form "hortigate" eingerichtet, auf der aktuelle Forschungs- und Versuchsergebnisse präsentiert werden. Darüber hinaus wurde vor kurzem der Aufbau von "hortipendium" im Internet begonnen. Dort werden u. a. namentlich gekennzeichnete Artikel insbesondere für Auszubildende des Gartenbaus eingestellt, um auch das "E-learning" zu unterstützen.

Nur gut ausgebildete Gärtner können mit ihren Interessenvertretungen an unserem gemeinsamen Ziel arbeiten: ein moderner, nachhaltiger und leistungsstarker Gartenbau, der heutige und zukünftige Anforderungen bewältigt.

Dafür haben wir im September 2009 auf dem Zukunftskongress Gartenbau das Projekt „Zukunftsstrategie Gartenbau“ gestartet. Hierbei handelt es sich um die gemeinsame Erarbeitung eines Strategiepapiers, das als Leitfaden dienen soll, um den deutschen Gartenbau zukunftsweisend fortzuentwickeln. Über das Internet werden sich alle Interessierten daran beteiligen können.

Mit seinem großen Wissen und modernen Produktionseinrichtungen erzeugt der Gartenbau hochwertige Produkte und bietet wichtige Dienstleistungen an. Hochwertige Produkte und Dienstleistungen sollten auch mit den ihnen gebührenden Stellenwert verkauft werden. Der Werteverfall bei Gartenbauprodukten – immer mehr und immer billiger – ist nicht vertretbar. Dem Verbraucher muss der Wert der Arbeit, des Produktes oder der Dienstleistung präsent gemacht werden. Dafür sind entsprechende Qualifizierungsprogramme erforderlich.

Schon der heutige Kunde, aber besonders der der Zukunft, wird nicht einfacher – sondern immer differenzierter. In der Differenziertheit der Verbraucherinteressen liegt auch eine große Chance. Stichworte sind vor allem Produkte aus der Region, nachhaltige oder gläserne Produktion, Bioprodukte oder Spezialitäten. Nischen nutzen immer nur wenigen, aber es gibt viele Nischen. Gerade der Gartenbau ist voll von Besonderheiten und Raritäten, die von Käufern oft sehr geschätzt werden.

So habe ich großes Vertrauen in die Leistungen des deutschen Gartenbaus. Er wird mit den zukünftigen Herausforderungen wachsen! Es sind dies vor allem

  • Qualität vom Anbau bis zum Verbraucher;
  • Automatisierung und weitere Mechanisierung sowie
  • nachhaltige, effiziente Produktion.

Abschluss

Am heutigen Tag wird bundesweit der Berufswettbewerb für junge Gärtnerinnen und Gärtner 2011 eröffnet. Den hier anwesenden Junggärtnerinnen und Junggärtnern wünsche ich stellvertretend für die über 7.000 Erstteilnehmer an diesem Wettbewerb viel Glück und Erfolg bei der Lösung der Aufgaben.

Ich danke den Initiatoren und Organisatoren des Berufswettbewerbs, besonders der Arbeitsgemeinschaft deutscher Junggärtner, dem Zentralverband Gartenbau, den Berufsschullehrern und den Ausbildern in den Betrieben.

Die Vorbereitung und Durchführung dieser Eröffnungsveranstaltung, der folgenden Landesentscheide und des abschließenden Bundesentscheids mit der Siegerehrung erfordern eine enge und gute Zusammenarbeit von Berufsstand, Gärtnerjugend und Berufsschulen.

Dass der Gartenbau dazu in der Lage ist, hat er oft genug bewiesen. Ich gehe davon aus, dass auch der Berufswettbewerb 2011 wieder mit großem Erfolg bis zu seinem Finale anlässlich der Bundesgartenschau in Koblenz durchgeführt wird.

Wichtig ist mir noch folgendes: Ich möchte besonders den Damen und Herren, die sich als Richterinnen und Richter zur Verfügung gestellt haben, für ihr Engagement danken. Ich wünsche Ihnen ein sicheres Urteilsvermögen und die notwendige Gelassenheit für Ihre nicht leichte Aufgabe.

Hiermit erkläre ich den 27. Berufswettbewerb für junge Gärtnerinnen und Gärtner 2011 für eröffnet.

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Zusatzinformationen

Die Ministerin

Ilse Aigner

App in den Wald

Waldfibel-App (verweist auf: Die Waldfibel)

Die Waldfibel gibt es als Broschüre, App fürs iPhone, iPad und Android Smartphone sowie als Windowsprogramm

"Zu gut für die Tonne"

Brot, Käse, Apfel mit Schriftzug zu gut für die Tonne (verweist auf: Zu gut für die Tonne)

Informationen zur BMELV-Kampagne gegen Lebensmittelverschwendung

Lebensmittelkennzeichnung

Logo www.lebensmittelklarheit.de (verweist auf: Die Internetplattform www.lebensmittelklarheit.de)

Portal der Verbraucherzentralen, gefördert durch das BMELV im Rahmen der Initiative "Klarheit und Wahrheit"

Lebensmittelsicherheit

Schriftzug von der Internet-Seite www.lebensmittelwarnung.de - Das Portal der Bundesländer (verweist auf: Internetplattform www.lebensmittelwarnung.de der Länder zur Verbraucherinformation über Lebensmittelwarnungen (Öffnet neues Fenster))

Auf einen Blick: Warnungen und Informationen der Öffentlichkeit zur Lebensmittelsicherheit

Charta für Landwirtschaft und Verbraucher (verweist auf: Informationen zur Charta)

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