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Verleihung der Prof. Niklas-Medaille in Silber an Prof. Dr. Hans-Jörg Koch

Datum:
17.01.11
Ort:
55116 Mainz
Redner:
Parlamentarische Staatssekretärin Julia Klöckner

Es gilt das gesprochene Wort!

Anrede,

Dank an das DWI und die Gastgeberin

Zuerst wende ich mich an Sie, Frau Reule. Im deutschen Weininstitut ist der deutsche Wein zu Hause.

Sie, Frau Reule, sorgen heute dafür, dass wir uns hier zu Hause fühlen und für die Gastfreundlichkeit möchte ich Ihnen und Ihrem Team ausdrücklich danken.

Prof. Dr. Hans-Jörg Koch - Ausbildung und Berufsweg

Wir sind heute zusammengekommen, um Sie, Herr Professor Koch, zu ehren und Ihre herausragenden Leistungen für den deutschen Wein zu würdigen.

Sie stammen aus einer Winzerfamilie, die in Rheinhessen Weinbau betrieben hat, und befassen sich seit 60 Jahren in vielfältiger Weise mit dem Thema „Wein“.

Im Jahr 1955 haben Sie über das Thema „Probleme des Weingesetzes unter Berücksichtigung von Reformfragen“ promoviert. Dieses Thema hat von seiner Aktualität nichts eingebüßt.

Ihr beruflicher Werdegang ist gleichermaßen stark vom Wein geprägt: Sie waren beim Deutschen Weinbauverband tätig, danach im Justizministerium und im Weinbauministerium des Landes Rheinland-Pfalz, dann im Bundesgesundheitsministerium, wo Sie an dem Entwurf eines Weingesetzes mitgewirkt haben. Sie waren Richter an mehreren Gerichten in der Pfalz und Rheinhessen. Zuletzt haben Sie das Amtsgericht Alzey geleitet.

Ihr Berufsweg ist somit von einer Vielfalt von Tätigkeitsfeldern und Aufgabenstellungen geprägt. Sie waren in einem Wirtschaftsverband, in der Verwaltung und in der Gerichtsbarkeit tätig und dies auf lokaler, regionaler und Bundes-Ebene.

Mit der Verarbeitung der Erfahrungen, die Sie so gewinnen konnten, haben Sie Ihre Fähigkeit entwickelt, Fragestellungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und schwierige Problemstellungen ausgewogen zu beurteilen.

Prof. Dr. Hans-Jörg Koch - Lehrtätigkeit

Ihre Kenntnisse haben Sie nicht nur für sich selbst erworben, sondern auch in vielfältiger Weise der Lehre zur Verfügung gestellt.

Sie haben viele wertvolle Beiträge zu Seminaren geleistet. Als Beispiele möchte ich die jährliche Arbeitstagung der staatlichen Weinsachverständigen, das Weinrecht-Seminar der Deutschen Anwaltakademie und die deutsche Richterakademie nennen.

An der Fachhochschule Wiesbaden und an der Johannes Gutenberg-Universität hier in Mainz haben Sie viele Jahre lang Weinrecht gelehrt.

Als Mitglied vieler wissenschaftlicher Beiräte haben Sie sich für das Recht und die Kultur des Weines eingesetzt. Ich kann hier nur beispielhaft auf das Institut für Weinrecht und den Schutzverband Deutscher Wein sowie auf die Gesellschaft für Geschichte des Weines hinweisen.

Prof. Dr. Hans-Jörg Koch - Literarisches Schaffen

Seit 1950 haben Sie zahlreiche Zeitschriftenartikel und Bücher veröffentlicht. Eine Aufzählung würde den Rahmen unserer Feierstunde sprengen. Deshalb möchte ich die Themen nennen, denen Sie sich mit der größten Hingabe gewidmet haben:

  • das Weinrecht,
  • die Weinkultur und
  • das Anbaugebiet Rheinhessen.

Sie haben das „Weinland Rheinhessen“ beschrieben und „Entdeckungs- und Genießerfahrten zu Reben, Kultur, Land und Leuten“ empfohlen.

Was im Jahr 1952 noch ein Artikel mit dem Titel „Der Wein im Leben deutscher Dichter und Künstler“ war, reifte bis 2001 zu dem Buch „Die Muse Wein. Zwischen Rausch und Kreativität. Vom guten Geist der Dichter und Künstler“.

Meine besondere Wertschätzung gilt Ihrem Lebenswerk, einem Weinrecht-Kommentar, der nicht nur national, sondern auch weltweit hinsichtlich seines Reichtums an Weinfachkenntnissen und seiner ausgewogenen juristischen Auslegung einzigartig ist.

Es begann 1958 mit einer 280-seitigen Ausgabe des Weingesetzes mit Kommentar und wurde im Laufe der Jahre zu der umfassenden Textausgabe und zum Kommentar zum Weinrecht der Europäischen Union, Deutschlands und der Bundesländer ausgebaut.

Prof. Dr. Hans-Jörg Koch - Anliegen

Sehr geehrter Herr Professor Koch, wer Sie näher kennt, weiß auch um Ihre Anliegen, die über das Rein-Juristische weit hinausgehen.

Zuerst möchte ich die Verständlichkeit des Rechts nennen: Sie haben hohe Beamte der Europäischen Kommission schon vor vielen Jahren auf die Schwierigkeiten für die Rechtsanwendung hingewiesen, die aus der Ablösung einer EG-Verordnung durch eine andere EG-Verordnung entstehen. Ich möchte hinzufügen, dass wir heute mehr als je zuvor auf Möglichkeiten der Vereinfachung achten müssen. Wenn Vereinfachung nicht zu erreichen ist, sollten wir wenigstens der Komplizierung Einhalt gebieten.

Auch Ihr Eintreten für den Schutz des guten und ehrlichen Weines ist hervorzuheben. Für Sie hat der Wein eine Heimat, auch wenn das Wort Heimat heute oft durch das Wort „Terroir“ oder das Wort „Ursprung“ ersetzt wird. Daraus entwickelt sich die Charakteristik, die jeden Wein auszeichnet, sei es ein bescheidener kleiner Wein oder ein edles Gewächs.

Für Sie, Herr Professor Koch, darf dieses intakte Gefüge nicht gestört werden. Verfälschungen der Inhaltsstoffe oder Betrügereien durch falsche Etikettierung dürfen nicht erlaubt sein. Sie haben Verwirrungen des Verbrauchers auch dann kritisiert, wenn sie rechtlich zugelassen werden sollten oder innerhalb des geltenden Rechts geschehen sind. Als Beispiel möchte ich die Anwendung von Holzchips nennen, die dem Wein fremde Geschmacksnoten verleihen, zum Beispiel einen Geschmack nach Holz, zuweilen auch Röstnoten.

Zusammenfassung und Überreichung der Medaille

Für Sie, sehr geehrter Herr Professor Koch, ist Recht nicht Selbstzweck, sondern ein wichtiges Instrument zur Pflege der Weinkultur.

Weinkultur geht über das Funktionieren, die technischen Normen, die Wirtschaftlichkeitsrechnungen, die Marktstudien und über die Paragraphen-Werke weit hinaus. Wein verfügt über einen inneren Wert, der von der Gesellschaft hoch geschätzt wird und sich jedem Interessierten erschließt.

Mit unermüdlichem Einsatz haben Sie, sehr geehrter Herr Professor Koch, diesen Wert verdeutlicht und verteidigt.

In den vergangenen 60 Jahren Sie haben sich hohe Verdienste um den Wein und um die deutsche Weinwirtschaft erworben.

Zur Würdigung Ihrer Verdienste überreiche ich Ihnen auch im Namen von Frau Bundesministerin Aigner die Prof. Niklas-Medaille in Silber.

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Zusatzinformationen

Die Ministerin

Ilse Aigner

App in den Wald

Waldfibel-App (verweist auf: Die Waldfibel)

Die Waldfibel gibt es als Broschüre, App fürs iPhone, iPad und Android Smartphone sowie als Windowsprogramm

"Zu gut für die Tonne"

Brot, Käse, Apfel mit Schriftzug zu gut für die Tonne (verweist auf: Zu gut für die Tonne)

Informationen zur BMELV-Kampagne gegen Lebensmittelverschwendung

Lebensmittelkennzeichnung

Logo www.lebensmittelklarheit.de (verweist auf: Die Internetplattform www.lebensmittelklarheit.de)

Portal der Verbraucherzentralen, gefördert durch das BMELV im Rahmen der Initiative "Klarheit und Wahrheit"

Lebensmittelsicherheit

Schriftzug von der Internet-Seite www.lebensmittelwarnung.de - Das Portal der Bundesländer (verweist auf: Internetplattform www.lebensmittelwarnung.de der Länder zur Verbraucherinformation über Lebensmittelwarnungen (Öffnet neues Fenster))

Auf einen Blick: Warnungen und Informationen der Öffentlichkeit zur Lebensmittelsicherheit

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