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Kleinere Ernte, höhere Erlöse - Biolandwirte blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2010 zurück

Biolandwirte in Deutschland konnten ihre Verkaufserlöse im Jahr 2010 durchschnittlich um über 19 Prozent steigern, obwohl die Erträge vieler Produkte geringer ausfielen als im Vorjahr.

Das ergab die Auswertung aktueller Zahlen durch die Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) in Bonn, im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN).

Das deutliche Umsatzplus erklärt sich vor allem durch höhere Preise, die für viele Bioprodukte erlöst wurden. Hinzu kommt, dass das Angebot für tierische Produkte wie Fleisch, Milch und Eier ausgebaut werden konnte. Die Preise für konventionelle Lebensmittel stiegen im gleichen Zeitraum um 13 Prozent. Der Gesamterlös der Biolandwirtschaft wuchs im Jahr 2010 auf 1,3 Milliarden Euro gegenüber 1,09 Milliarden im Vorjahr. Das entspricht einem Bioanteil von 3,5 Prozent an den Gesamterlösen der deutschen Landwirtschaft.

Pflanzliche Produkte als Haupterlösquelle

Die Umsatzstruktur setzt sich bei Biolandwirten anders zusammen als bei konventionell arbeitenden Kollegen. Pflanzliche Produkte spielen eine wesentlich größere Rolle. So entfallen im Ökolandbau 27 Prozent der Erlöse allein auf Obst, Gemüse und Kartoffeln. In der konventionellen Landwirtschaft machen diese Kulturen nur zehn Prozent am Erlös aus. Für Biofleisch liegt der Erlösanteil bei 19 Prozent, während konventionelle Fleischprodukte fast ein Drittel des Gesamtumsatzes ausmachen. Damit ist Fleisch die mit Abstand wichtigste Produktgruppe im konventionellen Bereich. Der Anstieg beim Angebot von Biomilch setzte sich auch im Jahr 2010 weiter fort. Biolandwirte erzeugten etwa neun Prozent mehr Milch als im Vorjahr, so dass der Anteil an den gesamten Verkaufserlösen auf 19 Prozent stieg. Konventionelle Milch macht im Durchschnitt 24 Prozent der Gesamterlöse aus.

Große Unterschiede bei Umsatz und Gewinn

Auf einzelbetrieblicher Ebene bestehen ebenfalls große Unterschiede. Während der durchschnittliche Jahresumsatz pro Biobetrieb etwa 59.000 Euro beträgt, liegen die Jahresumsätze bei konventionellen Landwirten mit 124.000 Euro mehr als doppelt so hoch. Dieser Unterschied erklärt sich vor allem durch den deutlich höheren Grünlandanteil der Biobetriebe und durch geringere Erträge. Auch bei den Erlösen pro Hektar spiegelt sich die extensive Bewirtschaftungsweise wider. Hier erzielen Biolandwirte mit 1.300 Euro pro Hektar etwas mehr als die Hälfte im Vergleich zu konventionellen Betrieben (2.200 Euro pro Hektar). Rechnet man die Grünlandflächen heraus, bewegen sich beide Bewirtschaftungsformen dagegen etwa auf gleichem Niveau. Beim direkten Vergleich ähnlich ausgerichteter Betriebe liegt der Gewinn pro Hektar beziehungsweise pro Arbeitskraft bei Biobetrieben sogar höher.

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