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DGE überreicht Ernährungsbericht 2012 an Ministerin Aigner

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), Prof. Dr. Helmut Heseker, hat am Freitag in Berlin Bundesernährungsministerin Ilse Aigner den Ernährungsbericht 2012 überreicht.

Der Bericht, den die DGE seit 1969 alle vier Jahre im Auftrag der Bundesregierung erstellt, ist eine wissenschaftlich fundierte Bestandsaufnahme und Bewertung der Ernährungssituation in Deutschland: Welche Trends lassen sich im Ernährungsverhalten erkennen, wie sind sie ernährungsphysiologisch zu bewerten, welche gesundheitlichen Risiken stehen damit im Zusammenhang? Daneben wirft der Bericht immer auch einen genaueren Blick auf bestimmte gesellschaftliche Gruppen und deren Ernährungssituation. 2012 stehen Senioren mit Pflegebedarf im Privathaushalt im Fokus sowie die Qualität von "Essen auf Rädern".

Die Ernährungssituation von Seniorinnen und Senioren mit Pflegebedarf in Privathaushalten bewertet die DGE insgesamt als verbesserungswürdig. So wiesen nur rund 30 Prozent dieser Gruppe einen normalen Ernährungszustand auf. Hier hat die DGE Empfehlungen für Hausärzte, Pflegefachkräfte und Privatpersonen, die Pflegebedürftige betreuen, erarbeitet. Sehr zufrieden äußerten sich Seniorinnen und Senioren, die Angebote von "Essen auf Rädern" wahrnehmen - auch wenn die Angebote aus wissenschaftlicher Sicht nicht durchgängig den ernährungsphysiologischen Erfordernissen entsprechen. Um Defizite in diesem Bereich auszugleichen, hat die DGE im Rahmen von "IN FORM - die Initiative der Bundesregierung für gesunde Ernährung und mehr Bewegung" ebenfalls Empfehlungen für Anbieter erarbeitet.

"Die Aufklärung über gesunde Ernährung und mehr Bewegung ist wichtig, deshalb werden wir unsere Projekte mit großem Engagement fortsetzen", sagte Aigner bei der Übergabe des Berichts. "Bewusstsein für gesunde Ernährung und Bewegung zu vermitteln – damit kann man nicht früh genug anfangen. Deshalb schafft IN FORM Angebote, die schon in den Kitas und Schulen ansetzen." Dass Übergewicht bei Kindern im Vorschulalter nach einer Erhebung der DGKJ zurückgeht, wertete Aigner als positives Signal, "aber ob dieser Trend sich bestätigt, muss sich noch zeigen". Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) hatte Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen 2008 ausgewertet. Bei Kindern in nahezu allen Bundesländern war Übergewicht um bis zu drei Prozent und Adipositas um bis zu 1,8 Prozent zurückgegangen. Als Grund für die rückläufige Entwicklung wird maßgeblich die intensive Aufklärungsarbeit verschiedenster Initiativen wie z.B. IN FORM gesehen.

In Deutschland zeichnet sich ein Trend zu bewussterer Ernährung ab. Dies zeigt sich zum Beispiel in der Zunahme des durchschnittlichen Fisch- und Gemüseverbrauchs. So verzeichnet die Agrarstatistik für den Gemüseverbrauch in Deutschland zwischen 2000 und 2011 durchschnittliche jährliche Zuwächse von 1,1 Kilogramm pro Kopf. 2011 wurden pro Kopf rund 25 Kilogramm an Tomaten, Kohlgemüse, roten Rüben, Gurken, Zwiebeln, Blatt- und Stängelgemüse und frischen Hülsenfrüchten verbraucht. Positiver Effekt aus Sicht der Ernährungswissenschaftler: Die durchschnittliche Aufnahme an gesundheitsfördernden n-3-Fettsäuren und dem essenziellen Spurenelement Jod (Fisch) sowie an Vitaminen, Mineralstoffen, sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffen (Gemüse) ist damit gestiegen.

Auf der anderen Seite zeigen Daten der Nationalen Verzehrsstudie II, dass der Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch und Wurstwaren bei Männern im Durchschnitt mit ca. 1 Kilogramm pro Woche deutlich oberhalb des Orientierungswertes der DGE von 300 bis 600 Gramm pro Woche liegt. Frauen liegen im Durchschnitt im oberen Bereich dieser Empfehlung.

Eine zu kalorienreiche Ernährung ist ein wesentlicher Faktor für die Entstehung von Übergewicht und Adipositas. Das wiederum kann zu weiteren Erkrankungen, zum Beispiel des Herz-Kreislauf-Systems oder zu Diabetes führen. Die betroffenen Menschen leiden sehr unter den damit verbundenen Einschränkungen ihrer Lebensqualität, und für das Gesundheitssystem bedeuten ernährungsbedingte Krankheiten erhebliche Kosten. Vor diesem Hintergrund zeigte sich Ministerin Aigner besorgt darüber, dass der Anteil der übergewichtigen Menschen in den vergangenen vier Jahren auf hohem Niveau stagnierte. So haben rund 60 Prozent der Männer und rund 43 Prozent der Frauen in Deutschland Übergewicht. Dabei nimmt der Anteil der Übergewichtigen mit steigendem Alter kontinuierlich zu: In der Altersgruppe der 70- bis 74-Jährigen sind rund 74 Prozent der Männer und rund 63 Prozent der Frauen übergewichtig.

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