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Keine erhöhte Strahlenbelastung bei Lebensmitteln in Deutschland

Derzeit gibt es keine Erkenntnisse, dass sich radioaktiv belastete Lebensmittel oder Futtermittel aus Japan in Deutschland oder auf dem Weg in die Europäische Union befinden. Ebenfalls schließen Wissenschaftler des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI) in Hamburg eine Gefährdung der deutschen Verbraucher durch radioaktiv kontaminierten Fisch aus Japan zum jetzigen Zeitpunkt aus. Das Bundesverbraucherministerium beobachtet die Lage in Japan sehr aufmerksam. Ein Frühwarnsystem ist eingerichtet.

Sollte sich die Lage in Japan deutlich verschärfen, würde EU-weit ein festgelegter Krisenmechanismus greifen: Als Konsequenz aus der Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl 1986 haben sich die EU-Mitgliedstaaten für den Fall einer erneuten radiologischen Notfallsituation auf eine gemeinsame Vorgehensweise verständigt und vorsorglich eine Verordnung für Lebensmittel und Futtermittel beschlossen. Dies soll sicherstellen, dass nach einem radiologischen Notfall nur Erzeugnisse in die Gemeinschaft verbracht werden, die unterhalb der festgelegten Grenzwerte liegen.

In einem speziellen Mess- und Informationsverbund, der vom Bundesamt für Strahlenschutz betrieben wird, wird in Deutschland ständig die Umweltradioaktivität überwacht. Zusätzlich fließen auch Messwerte über Lebensmittel und Futtermittel ein. Auffälligkeiten können mit Hilfe dieses Mechanismus, der wie ein Frühwarnsystem funktioniert, schnell festgestellt werden. Bei einem eventuellen Notfall können mit Hilfe dieses Intensivmessprogramms an über 1800 Standorten im 10-Minuten-Rhythmus Messergebnisse abgerufen werden.

Deutschland bezieht aus Japan nur einen relativ kleinen Teil seiner importierten Lebensmittel, insbesondere Sojasaucen. Speisefisch, der in Deutschland gekauft wird, kommt überwiegend aus dem Nordatlantik. Im Jahr 2010 führte Deutschland über 900.000 Tonnen Fisch und Fischerzeugnisse ein, aus Japan stammten davon nur etwa 60 Tonnen.

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