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Bundesernährungsministerin Ilse Aigner mit Teilnehmern der Konferenz Von links: David Nabarro (Koordinator der UN High Level Task Force on the Global Food Security Crisis und Sonderbeauftragter des VN- Generalsekretärs für Nahrungssicherung und Ernährung), Sabine Christiansen (UNICEF-Botschafterin und Journalistin/Moderatorin), Bundesministerin Ilse Aigner, Hope Mwesigye (Landwirtschaftsministerin Uganda), Flavio Valente (Generalsekretär von FIAN International) und Cathrina Claas-Mühlhäuser (Stellvertretende Vorsitzende des Gesellschafterausschusses Claas KGaA mbH), Quelle: Bernd Eidenmüller

Internationale Konferenz "Politik gegen Hunger" in Berlin

Aigner: "Beim Kampf gegen Hunger müssen wir Kräfte bündeln"

Das Recht auf Nahrung ist das weltweit am meisten verletzte Menschenrecht. Nach wie vor gibt es etwa eine Milliarde Hungernde auf der Welt. "Um Fortschritte bei der Hungerbekämpfung zu erzielen, brauchen wir eine effektive Verzahnung und Konzentration internationaler, nationaler, regionaler und lokaler Initiativen", sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner bei der internationalen Konferenz "Politik gegen Hunger" am 11. Juni 2010 in Berlin. Die Welternährungspolitik müsse sich strategisch am Recht auf Nahrung ausrichten, betonte sie.

"Mit dem reformierten Ausschuss für Welternährungssicherung (CFS) in der FAO haben wir eine Art erweiterten Sicherheitsrat für Welternährung, auf den wir große Hoffnungen setzen", sagte Aigner. Am Tisch sitzen hier nicht mehr nur Regierungen und die Vereinten Nationen, sondern auch Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft. Zudem werden Vertreter der betroffenen Gruppen etwa aus der kleinbäuerlichen Landwirtschaft auf Augenhöhe vertreten sein. "Wir wollen gemeinsam Verantwortung übernehmen ", so Aigner. Im Vorfeld der Sitzung des neuen CFS im Oktober 2010 trafen sich nun über 250 internationale Teilnehmer in Berlin und erarbeiteten Empfehlungen für die Ernährungssicherung.

Dabei ging es unter anderem um mehr Rechtssicherheit beim Zugang zu Land. Sichere Zugangsrechte zu Land und anderen produktiven Ressourcen sind für die Mehrheit der hungernden Menschen in ländlichen Gebieten überlebenswichtig und ein Schlüsselfaktor für die Umsetzung des Menschenrechts auf Nahrung. "Die Bundesregierung wird diese Fragen auch in bevorstehenden Regierungsverhandlungen mit den Partnerländern verstärkt thematisieren. Darin bin ich mir mit dem Bundesminister für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit völlig einig", sagte die Bundeslandwirtschaftsministerin. Es sei höchst problematisch, so Aigner, wenn große Investoren in einem anderen Land große Bodenflächen kaufen oder pachten, um Lebensmittel oder Rohstoffe für Bioenergie zu produzieren und die Bevölkerung vor Ort nicht an der Wertschöpfung teilhat und womöglich auch noch von ihrem Land vertrieben wird. Die Bundesregierung unterstützt Pläne der FAO, diese Entwicklung zu stoppen. Notwendig seien Regeln für großflächige Landkäufe oder Landpachten von Investoren in Schwellen- und Entwicklungsländern.

Darüber hinaus braucht es mehr verantwortungsvolle Investitionen durch die Wirtschaft. Auch hier seien Regeln notwendig - einerseits zugunsten von mehr Rechten der Arbeitnehmer in der Landwirtschaft vor Ort und andererseits gegen Korruption, so Aigner.

In die Strategien zur Ernährungssicherung müssten verstärkt Gesundheits- und Fürsorgeaspekte einbezogen werden. Mit genügend Nahrungsmitteln allein ist es noch nicht getan. Das Wissen gerade von Schwangeren und Müttern über Qualität, Sicherheit und Hygiene muss größeren Stellenwert bekommen.

In den nächsten Wochen und Monaten stehen eine Reihe internationaler Treffen an, darunter der G8-Gipfel in Kanada. "Wir werden unser Engagement für eine strategische Ausrichtung der Welternährungspolitik an dem 'Menschenrecht auf Nahrung' fortsetzen", so Aigner. Dieses Menschenrecht verstehe den Einzelnen nicht nur als Empfänger, sondern als Akteur, der die Entwicklung seines Landes mitgestalten kann.

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