Verleihung des Tierschutzforschungspreises 2008
BMELV und BMBF setzen auf Entwicklung von Ersatzmethoden zu Tierversuchen
Anlässlich der Verleihung des 27. Tierschutzforschungspreises, der jährlich vom Bundeslandwirtschaftsministerium vergeben wird, erklärte Bundesministerin Ilse Aigner heute in Berlin:
"Es ist Ziel der Bundesregierung, Tierversuche auf das absolut unerlässliche Maß zu beschränken und wo immer möglich durch Alternativmethoden zu ersetzen. Gemeinsam mit dem Bundesforschungsministerium werden wir die Forschung im Bereich der Ersatzmethoden zum Tierversuch weiter stärken. Deutschland leistet innerhalb der Europäischen Union (EU) seit Jahren den weitaus größten Beitrag für die Entwicklung tierversuchsfreier Prüfmethoden."
Wichtige Impulse bei der Entwicklung von Ersatzmethoden gingen von der 1989 gegründeten Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch (ZEBET) aus, die im Bundesinstitut für Risikobewertung angesiedelt ist. Die ZEBET genieße auch international ein hohes Ansehen. Ihre Mitarbeiter seien aktiv an der Alternativmethodenforschung beteiligt.
"Wir fördern gezielt die Suche nach Ersatzmethoden für Tierversuche und setzen damit auf Tierschutz auch durch Forschung. Deshalb hat das Bundesforschungsministerium in dieser Legislaturperiode die jährlichen Mittel für Projekte zur Entwicklung von Ersatzmethoden deutlich gesteigert: Von 3,4 Millionen Euro im Jahr 2005 auf 7,6 Millionen Euro, die für 2009 geplant sind", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Thomas Rachel, anlässlich der Preisverleihung.
Als Preisträger des 27. Tierschutzforschungspreises zeichnete Ministerin Aigner folgende Wissenschaftler aus:
- Dr. Dieter Runge (PRIMACYT GmbH Schwerin), Dr. Dagmar Braun und Dr. Berno Müller (RIEMSER Arzneimittel AG). Gemeinsam entwickelten sie ein System zur Nutzung der menschlicher Leberzellkulturen über einen sehr langen Zeitraum von drei bis vier Wochen. Systeme, die den menschlichen Leberstoffwechsel in Zellkulturstudien korrekt abbilden, nehmen eine zentrale Rolle bei der tierversuchsfreien Bewertung der Giftigkeit von Wirkstoffen ein.
- Dr. Matthias Lüke, Arzt an der Universitäts-Augenklinik in Lübeck. Er entwickelte an der Universitäts-Augenklinik in Tübingen ein Verfahren, das die Bewertung komplexer, elektrophysiologischer Funktionen der Netzhaut des Auges ohne Tierversuche erlaubt.

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