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Wie kann das Image der Milch bei älteren Schülern verbessert werden?

Datum:
29.09.10

Die Parlamentarische Staatssekretärin Julia Klöckner möchte den Verzehr von Milch und Milchprodukten an Schulen wieder steigern, erklärt sie im Gespräch mit der Bauern Zeitung.

Frage: Das neue Schuljahr beginnt, und wieder ist zu befürchten, dass der Absatz von Schulmilch weiter zurückgeht. Schon in den letzten Jahren ist der Verbrauch gesunken.

Klöckner: Für Deutschland ging der Verbrauch im abgeschlossenen Schuljahr 2008/2009 um zirka 2,7 Prozent zurück. Im Schuljahr 2007/08 betrug der Rückgang noch 8,3 Prozent.

Frage: Warum trinken die Kinder weniger Milch?

Klöckner: Kinder und Jugendliche haben unterschiedliche Präferenzen. Während Kinder in Kindergärten und Schüler in Grundschulen gerne Milch trinken, wenn sie angeboten wird, hat Milch bei älteren Schülern ein "Imageproblem". Weiterführende Schulen nutzen häufig die auf deutsche Initiative hin erweiterte förderfähige Produktpalette noch nicht ausreichend, wenn sie überhaupt an der Schulmilchförderung teilnehmen. Weitere Knackpunkte sind steigende Distributionskosten bei gleichzeitig zurückgenommener Förderung sowie die Diskussion, ob Milch nicht "zu fett und zu süß" sei. Schließlich spielt auch die "richtige" Verpackung eine Rolle.

Frage: Was wird getan, um den Trend nachhaltig umzukehren?

Klöckner: Wir haben ein zweijähriges Modellvorhaben in Nordrhein-Westfalen durchgeführt, um Anregungen für eine Belebung des EU-Schulmilchprogramms zu erarbeiten. Die Ergebnisse werden für Ende des Jahres erwartet.

Frage: Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Klöckner: Das Schulmilchprogramm wird von der Europäischen Kommission gefördert. Seit dem 1. Januar 2008 wird eine "Flatrate" für alle flüssigen Erzeugnisse – auch magere Produkte – von 18,15 Cent je Kilogramm Milch gewährt. Dieser Betrag kann durch ein nationales Top-up ergänzt werden. Daneben gibt es Initiativen privater Unternehmen und Verbände.

Frage: Werden die Förderungen genutzt?

Klöckner: Ja. 2009 betrug die EU-Beihilfe zirka 7,2 Millionen Euro. Das EU-Schulmilchprogramm erreicht in Deutschland rund eine Million Schülerinnen und Schüler. Gleichwohl ist mein Ziel, den Verbrauch an Schulmilch wieder insgesamt zu steigern.

Frage: Ist das Programm ausreichend bekannt?

Klöckner: Den Schulen ist das Programm durch die Informationen der interessierten Stellen gerade zum Schuljahresbeginn bekannt. Ob die Schüler informiert werden, hängt von der Initiative der Schulen ab.

Frage: Welche Partner hat das Ministerium in den Bundesländern gefunden?

Klöckner: Bis auf das Saarland, das seit 2005 einen eigenen Weg in Sachen Schulmilchfrühstück außerhalb des EU-Programms geht, beteiligen sich alle Bundesländer mit ihren Ministerien für Landwirtschaft und Ernährung oder den Senatsverwaltungen am EU-Programm. Zudem unterstützen die Landesvereinigungen der Milchwirtschaft die Maßnahme.

Frage: Beteiligen sich die ostdeutschen Bundesländer ausreichend an dieser Aktion?

Klöckner: Ja, alle beteiligen sich.

Frage: Was könnten die Landwirte tun, um den Milchverzehr in den Schulen anzukurbeln?

Klöckner: Landwirte, insbesondere Milcherzeuger, können in den Schulpflegschaften, also bei den Eltern, für die Teilnahme der Schule am Schulmilchprogramm werben. Hierbei können sie Unterstützung durch die Landesvereinigungen der Milchwirtschaft oder die Landfrauen erhalten. Imagefördernd ist auch die Bereitschaft, den Hof für Informationsbesuche der Schulklassen zu öffnen.

Quelle: Bauern Zeitung, 34. Kalenderwoche 2010

Interview mit:
Parlamentarische Staatssekretärin Julia Klöckner
Fragen von:
Christine Schindler (Bauern Zeitung)

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