"Die Ernährungswirtschaft muss die Kräfte bündeln"
Ernährungsdienst
- Datum:
- 19.06.09
Die Exportförderorganisation "German Food" wird von Verbänden der Ernährungsindustrie getragen. Mitglieder der Initiative "Food – Made in Germany" sind Einzelunternehmen. Zur Verteilung der für Exportförderung vorgesehenen BMELV-Haushaltsmittel äußert sich der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Gerd Müller.
Frage: Wie beurteilen Sie die Gründung von zwei Exportorganisationen?
Antwort: Die Liquidation des früheren Absatzfonds trifft den gesamten Sektor empfindlich. Jetzt geht es darum, den Blick auf die Zukunft zu richten und Konzepte zu entwickeln, die an die Stelle der bisherigen zentralen Absatzförderung treten. Auch künftig bedarf es des aktiven Marketings. Es ist natürlich Sache der Wirtschaft, wie sie sich organisiert. Das Bundeslandwirtschaftsministerium baut darauf, dass es der Ernährungsbranche gelingt, in einer gemeinsamen, schlanken Organisation ihre Kräfte zu bündeln, Synergien zu nutzen und die überall knappen Ressourcen bestmöglich einzusetzen.
Frage: Können auch die in German Food organisierten Verbände mit Unterstützung rechnen?
Antwort: Der Wunsch nach staatlicher Unterstützung ist ein verständliches Anliegen aller exportierenden oder am Export interessierten Unternehmen der Agrar- und Ernährungsindustrie – unabhängig von ihrer Mitgliedschaft in der einen oder anderen Exportförderorganisation. Unser Ministerium ist bereit, konkrete Konzepte der Wirtschaft begleitend zu unterstützen.
Frage: In welcher Höhe stehen Haushaltsmittel Ihres Ministeriums zur Exportförderung bereit?
Antwort: Im Jahr 2009 stehen Mittel zur Förderung der Agrarexporte in erster Linie für Messen und Ausstellungen sowie zur Stärkung des Außenhandelsbeziehungen in einer Gesamthöhe von rund 3,6 Milliarden Euro zur Verfügung. Für den Bereich Messen und Ausstellungen sind davon etwa 2,9 Millionen Euro vorgesehen, zur Stärkung der Außenhandelsbeziehungen 660.000 Euro. Darüber hinaus sind an anderen Stellen des BMELV-Haushalts Mittel veranschlagt, die mittelbar exportfördernde Wirkung entfalten können. Dazu zählt insbesondere die bilaterale technische Zusammenarbeit mit dem Ausland.
Frage: Erscheint die Bildung eines "Daches" für beide Organisationen realistisch?
Antwort: Ja. In allen meinen bisherigen Gesprächen mit Unternehmen und den Spitzen der Verbände war die Notwendigkeit eines gemeinsamen zentralen Daches für die gesamte Ernährungswirtschaft unbestritten – sowohl als Ansprechpartner für das Ministerium, vor allem aber als nationale Anlaufstelle für deutsche Unternehmen und ausländische Kunden. Ich bin daher zuversichtlich, dass die Einigung auf eine gemeinsame Dachorganisation gelingen wird.
Quelle: Ernährungsdienst
- Interview mit:
- Parlamentarischer Staatssekretär Dr. Gerd Müller
- Fragen von:
- Dr. Jürgen Struck

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